Elektro-Bootsmotor für dein Boot: So findest du das richtige Modell
Ein Elektro-Bootsmotor bringt viele Vorteile mit. Vor allem erleichtert er das Leben auf dem Wasser: Er läuft leise, viele Wartungen fallen weg, manche Modelle brauchen gar keine mehr. Außerdem darfst du zahlreiche Gewässer in Europa befahren, auf denen Benzin-Außenborder verboten sind.
Bei myBait findest du Heckmotoren und Bugmotoren von Minn Kota, MotorGuide, ePropulsion, Garmin und Lowrance – für Süß-, Brack- und Salzwasser, vom kleinen Schlauchboot bis zum voll ausgestatteten Angelboot.
Welcher davon zu dir passt, hängt vor allem am Gewicht deines Bootes, am Montageort und am Gewässer. Damit du in kurzer Zeit zum richtigen Modell kommst, führt dich unser Leitfaden in sechs Schritten durch die Auswahl – von Heck oder Bug über Schubkraft und Schaftlänge bis zur Batterie. <weiterlesen>
Heckmotoren
Der Begriff Heckmotor ist eine Sammelbezeichnung für Elektromotoren, die du am Heckspiegel befestigst. Die Montage erfordert wenig Aufwand und setzt kein handwerkliches Geschick voraus. Denn die Motorhalterung fixierst du über zwei Klemmschrauben am Heckspiegel. Als Heckmotoren findest du in unserem Online-Shop Elektro-Bootsmotoren von ePropulsion oder Minn Kota. Je nach Einsatzzweck bringen die Elektromotoren unterschiedliche Voraussetzungen mit. Suchst du Flautenschieber für das Segelboot, einen Schleppmotor zum Angeln oder einen Hauptantrieb, um längere Strecken zurückzulegen? Hier findest du einen Heckmotor für deinen gewünschten Einsatzzweck.
Bugmotoren
Bugmotoren ermöglichen eine ultrahohe Präzision beim Manövrieren deines Angelbootes. Kein Wunder, warum sie bei Anglern auch so begehrt sind. Mit ihren zahlreichen Features heben diese Elektromotoren das Angeln auf ein neues Niveau. Mit Features wie Autopilot und GPS-Funktionen wie etwa die Ankerfunktion oder das Entlangfahren von Tiefenlinien bist du deinem Zielfisch auf der Spur und verlierst keine Fährte mehr. Integrierte HD-Geber liefern dir fotorealistische Sonarbilder bei der Suche unter Wasser. Du suchst nach einem passenden Elektro-Bootsmotor für dein Boot? Dann schau hier in unser Produktsortiment rein.
Flachwasseranker
Suchst du maximalen Halt am Hotspot, ohne lästiges Abdriften durch Wind oder Strömung? Mit einem modernen Flachwasseranker fixierst du dein Boot im Flachwasser blitzschnell, sicher und absolut geräuschlos per Knopfdruck. Egal ob auf Krautbetten, Sandbänken oder steinigem Untergrund – dein Boot steht bombenfest auf Position, sodass du dich voll und ganz auf den nächsten Wurf konzentrieren kannst. Entdecke erstklassige Teleskop-, Scheren- und Krallenanker von Top-Marken wie Minn Kota sowie die passenden flexiblen Montageoptionen für dein Heck. Finde jetzt das perfekte System und mach Schluss mit Kompromissen beim Angeln!
Zubehör für Elektro-Bootsmotoren
In den Elektromotoren schlummert noch unentdecktes Potenzial, das sich nicht so einfach zeigt. Doch ohne dem entsprechenden Zubehör für Elektromotoren bleiben die zusätzlichen Funktionen und Leistungen unentdeckt. Andererseits erleichtert dir das Zubehör den Transport deines Elektro-Bootsmotors und bietet ein zusätzliches Maß an Sicherheit. Du kannst demnach deinen Motor mit einer Fernbedienung steuern, den Akku unterwegs mit einem Solarpanel aufladen oder den Schaft deines Bugmotors mit einem Stabilisator sichern. Wirf einen Blick in das große Sortiment an Zubehör für Elektromotoren und lass dich begeistern.
Ersatzteile für Elektro-Bootsmotoren
Unverhofft kommt oft. Ein Elektromotor kann nicht immer vor einem Schaden gewahrt werden. Manchmal reicht es aus, dass der Motor aus den Händen fällt und auf den Boden knallt, sodass ein Stück vom Gehäuse abbricht. Ein Mangel kann folgenschwere Schäden beim Elektro-Bootsmotor verursachen, indem Wasser eindringen und elektronische Elektronik angreifen kann. In anderen Fällen fordern Verschleißteile wie Kohlebürsten eine regelmäßige Wartung. Verliert der Elektromotor an Leistung, läuft er nicht mehr einwandfrei oder müssen die Verschleißteile ausgetauscht werden? Hier findest du die nötigen Ersatzteile für Elektro-Bootsmotoren.
Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen
Elektro-Bootsmotoren sind elektrische Antriebe für Angelboote, Schlauchboote und Kajaks – leise, wartungsarm und auf vielen Gewässern erlaubt, auf denen Benzin-Außenborder verboten sind. Man unterscheidet Heckmotoren am Heckspiegel als Haupt- oder Hilfsantrieb und Bugmotoren am Bug zum präzisen Positionieren beim Angeln. Die nötige Leistung richtet sich nach dem Gesamtgewicht des Bootes: pro 100 lbs Bootsgewicht rund 2 lbs Schubkraft. Bei myBait findest Du Modelle von Minn Kota, MotorGuide, ePropulsion, Garmin und Lowrance – für Süß-, Brack- und Salzwasser.
Inhaltsverzeichnis
Schritt 1: Heckmotor oder Bugmotor?

Was darf es denn für dich sein? Ein Heckmotor oder ein Bugmotor? Beides sind Elektro-Bootsmotoren, die ihre Existenzberechtigung haben. Sie unterscheiden sich darin, dass sie auf dem Boot an zwei unterschiedlichen Orten montiert werden: Den Bugmotor montierst du auf dem Bug, den Heckmotor befestigst du am Heckspiegel. Doch bereits der Montageort verändert grundlegend die Arbeitsweise der Elektro-Bootsmotoren. Um definitiv den richtigen Elektromotor zu kaufen, stellen wir kurz die Einsatzorte und Vorteile beider Modelle vor.
Der Heckmotor
Diesen Motor hat sicherlich jeder zu sehen bekommen, meistens als Außenborder auf irgendeinem Boot. Heckmotoren dienen entweder als Hauptantrieb oder Hilfsantrieb an Bord.
Als Hilfsantrieb findest du ihn entweder als Flautenschieber auf Segelbooten oder als zusätzlichen Motor auf Angelbooten. Angler nutzen den Vorteil des Elektromotors, die Geschwindigkeit präziser einzustellen, um Angelhotspots besser abzufahren. Ein Benzin-Außenborder bietet nicht den Vorteil, die Geschwindigkeit präzise und stufenlos zu portionieren – vorausgesetzt, der Elektromotor hat eine stufenlose Regulierung der Geschwindigkeit.
Der Heckmotor kann aber auch als Hauptantrieb dienen und den Außenborder ersetzen, etwa auf Booten mit bis zu 10 PS Außenborder-Leistung für den Kurz- und Mittelstreckenbereich.
Heckmotoren lassen sich einfacher montieren als Bugmotoren, weil sie kein handwerkliches Geschick erfordern. Du klemmst sie am Heckspiegel ganz einfach an. Des Weiteren sind sie einfach zu bedienen: Es bedarf nicht viel Denkarbeit, um die Steuerung mit der Pinne oder am Lenkrad zu verstehen. Hinzu kommt, dass diese Motoren das Deck nicht mit Kabeln und einem Fußpedal überladen. Aufgrund ihres einfacheren Designs fallen sie in der Regel auch preislich günstiger aus. Dafür ist die Steuerung dieser Elektro-Bootsmotoren nicht so präzise, und sie bieten unter Umständen weniger Funktionen.
Vor- und Nachteile des Heckmotors im Überblick:
| Vorteile | Nachteile |
| Preise günstiger | Steuerung weniger präzise als beim Bugmotor |
| Montage sehr einfach | Weniger Funktionen |
Der Bugmotor
Dieses Modell ist bei Anglern sehr begehrt, da er im Vergleich zu den Heckmotoren eine viel präzisere Steuerung erlaubt. Das liegt daran, dass der Bugmotor das Boot vorne zieht, statt es hinten zu schieben. Wenn Manövrierfähigkeit und Präzision wichtig sind, ist ein Bugmotor die beste Option. Darüber hinaus bieten sie viele Möglichkeiten der Steuerung des Motors, etwa mit einem Fußpedal oder einer Fernbedienung. Gerade beim Vertikalangeln und beim Abfahren von Kanten entscheidet die Manövrierfähigkeit darüber, ob du am Fisch bleibst.
Zusätzlich bieten sie viele Funktionen an, die beim Angeln unterstützen. Zu nennen wären da unter anderem integrierte Geber im Motorunterteil, Steuerung des Motors über das Echolot, WLAN, GPS und Autopilot-Funktionen wie das Abfahren aufgezeichneter Routen oder Anker setzen. Der Funktionsumfang hängt aber auch von der Wahl des jeweiligen Modells ab: Eine Fernbedienung am Handgelenk, ein Fußpedal an Deck und die Bedienung über den Kartenplotter sind je nach Serie unterschiedlich kombinierbar.
Beim Bugmotor ist zudem ein wenig handwerkliches Geschick gefragt. Um ihn auf dem Boot zu montieren, muss das Deck am Bug flach sein. Anschließend musst du die Löcher an der richtigen Stelle vorbohren, um den Motor zu befestigen. Eine Möglichkeit, die die Montage erleichtern kann, stellen Montageplatten für Bugmotoren dar. Was du auch berücksichtigen musst: Der Motor benötigt ausreichend Platz für die Kabel und das Fußpedal.
Vor- und Nachteile des Bugmotors im Überblick:
| Vorteile | Nachteile |
| Präzise Steuerung | Preislich höher |
| Größerer Funktionsumfang | Benötigt ausreichend Platz |
| Mehr Möglichkeiten der Steuerung |
Schritt 2: Süßwasser oder Salzwasser?

Bei Elektro-Bootsmotoren gibt es eine weitere Unterscheidung, die beim Kauf eine beachtliche Rolle spielt: Modelle für den Betrieb im Süßwasser und im Salzwasser. Das ist deshalb so wichtig, weil bei unsachgemäßem Gebrauch der Motoren die Garantie erlischt. Das bedeutet, dass ein Süßwassermotor weder im Salzwasser noch im Brackwasser in Einsatz kommen darf. Sowohl das Meer als auch das Flussdelta sind für dieses Modell tabu. Sogar die Meeresluft schadet einem Süßwassermotor – und lässt unter Umständen deine Garantie im Winde verwehen!
Salzwassermotoren hingegen kannst du in allen Gewässern einsetzen, das heißt im Salzwasser, Brackwasser und Süßwasser. Die Metallgüte bei diesen Elektro-Bootsmotoren ist viel höher, weswegen sie nicht so schnell korrodieren. Darüber hinaus bieten Hersteller bei Motoren für den Betrieb im Salzwasser einen viel besseren Korrosionsschutz: von versiegelter Elektronik über Opferanoden bis hin zur Verwendung von Teflon gibt es viele Wege, Elektro-Bootsmotoren vor Korrosion zu schützen.
Elektro-Bootsmotoren für Salzwasser und Süßwasser erkennst du an der Farbe. Süßwassermotoren sind schwarz, Salzwassermotoren weiß. Hinter der Farbwahl steckt der Grund, dass Salzwasserflecken auf weißem Grund für das menschliche Auge kaum zu sehen sind.
Allerdings haben Bugmotoren für Salzwasser keine integrierten Geber. Wer am Flussdelta oder an der Meeresküste angelt, benötigt zusätzlich einen Geber.
Und unabhängig vom Modell gilt: Nach jeder Fahrt im Salz- oder Brackwasser den Motor gründlich mit Süßwasser abspu¨len und die Opferanoden regelmäßig prüfen.
Wann du dich für welches Modell entscheiden solltest:
| Süßwasser | Salzwasser |
| Nur im Süßwasser verwendbar | In allen Gewässern einsatzfähig |
| Üblicher Korrosionsschutz | Besserer Schutz vor Korrosion |
| Optional integrierte Geber bei Bugmotoren | Keine integrierten Geber bei Bugmotoren |
Diese Motoren sind für folgende Gewässer geeignet:
| Süßwasser | Brackwasser | Salzwasser | |
| Heckmotoren | |||
| Minn Kota Endura C2 | | | |
| Minn Kota Endura MAX | | | |
| Minn Kota Traxxis | | | |
| Minn Kota Riptide Transom 3 | | | |
| MotorGuide R3 | R5 – Süßwassermodelle | | | |
| MotorGuide R3 | R5 – Salzwassermodelle 2 | | | |
| ePropulsion Spirit | | | |
| ePropulsion Navy | | | |
| ePropulsion eLite | | | |
| Garmin Force Current 1 | | | |
| Bugmotoren | |||
| Minn Kota PowerDrive | | | |
| Minn Kota Terrova | | | |
| Minn Kota Ulterra | | | |
| Minn Kota Ultrex | | | |
| Minn Kota Riptide PowerDrive 3 | | | |
| Minn Kota Riptide Terrova 3 | | | |
| Minn Kota Riptide Ulterra 3 | | | |
| Minn Kota Riptide Fortrex | | | |
| Garmin Force | | | |
| Lowrance GHOST 4 | | | |
| Lowrance RECON – Süßwassermodelle | | | |
| Lowrance RECON – Salzwassermodelle 2 | | | |
1 Der Garmin Force Current ist technisch für Süß-, Brack- und Salzwasser freigegeben. Bei Einsatz im Salz- und Brackwasser erlischt jedoch die Garmin-Garantie.
2 Brackwasser ist auf der Serienseite nicht ausdrücklich ausgewiesen – Angabe abgeleitet aus der Salzwasserfreigabe.
3 Die Riptide-Modelle sind die Salzwasserausführung der jeweiligen Serie. Süß- und Salzwasservariante teilen sich im Shop eine gemeinsame Serienseite.
4 Der Lowrance GHOST ist ab Werk ein Süßwassermotor. Mit der optionalen Lowrance-Opferanode für den Bugmotor lässt er sich auch im Brackwasser einsetzen.
Schritt 3: Wie viel Schubkraft braucht das Boot?
Die Schubkraft wird in „lbs“ angegeben und bezeichnet die Leistung des Elektro-Bootsmotors. Bei einem Benzin-Außenborder dagegen gibt die Pferdestärke (PS) dessen Leistung an. Beide Werte lassen sich nicht direkt ineinander umrechnen, weil sie verschiedene Größen messen. Um die nötige Schubkraft zu ermitteln, spielt das Gesamtgewicht des voll ausgestatteten und beladenen Bootes die entscheidende Rolle – nicht die Bootslänge. Für je 100 lbs Gewicht deines Bootes benötigst du 2 lbs Schubkraft. Bist du oft bei Wind und Wetter mit dem Boot unterwegs, addiere noch 10 lbs Schubkraft dazu.
Um ein ungefähres Ergebnis zu erhalten, wie viel dein Boot in lbs wiegt, multiplizierst du das Gewicht deines Bootes in kg mit 2,205. Da das Verhältnis von 2 lbs zu 100 lbs 1:50 beträgt, teilst du das Ergebnis anschließend durch 50 und erhältst so die Schubkraft, die dein Boot mindestens braucht.
Für eine einfache und grobe Orientierung gibt es vom Hersteller Minn Kota eine Übersichtstabelle*:
| Bootsgewicht | Max. Bootslänge | Mindestens nötige Schubkraft |
| 680 kg | 4,3 m | 30 lbs |
| 907 kg | 5,2–5,5 m | 40–45 lbs |
| 1.135 kg | 6–6,4 m | 50–55 lbs |
| 1.360–1.590 kg | 7 m | 70 lbs |
| 1.815 kg | 7,6 m | 80 lbs |
| > 2.040 kg | > 7,6 m | 101–112 lbs |
* Der US-amerikanische Hersteller nutzt das angloamerikanische Maßsystem für seine Angaben. Da das metrische System europaweit überwiegend Anwendung findet, haben wir Gewicht und Länge umgerechnet.
Für genauere Angaben empfiehlt es sich jedoch, die Schubkraft mit der Formel zu errechnen. Möchtest du dich nach der Tabelle orientieren und die Angaben zu deinem Boot liegen zwischen zwei Zeilen, entscheide dich für das Modell mit mehr Schubkraft. Wenn du es dir einfacher machen willst: Unser Elektromotor-Berater rechnet die Schubkraft für dein Boot aus. Die Hintergründe erklärt unser Magazin-Beitrag zur Wahl der richtigen Schubkraft.
Schritt 4: Die nötige Schaftlänge für dein Boot
Bei der Schaftlänge wird es etwas kniffliger. Denn da kommt es darauf an, ob du dich für den Kauf eines Heckmotors oder Bugmotors entscheidest. Das ist deshalb wichtig, weil je nach Wahl des Motors die Schaftlänge anders ausfällt.
Der Propeller muss sich mindestens 30 cm unterhalb der Wasseroberfläche befinden. Fährst du mit dem Boot auch bei Wind und Wetter hinaus, muss er sogar mindestens 50 cm unterhalb des Wasserspiegels liegen. Damit hast du die Mittel zur Bestimmung der Schaftlänge bereits in der Hand.
Die Schaftlänge für den Heckmotor ermitteln
Du misst ab der Oberkante der Stelle am Heckspiegel, an der du den Heckmotor befestigst. Nun addierst du den Abstand zwischen Kante und Wasserspiegel mit 30 cm bzw. 50 cm und erhältst damit die nötige Schaftlänge für dein Boot.
Da die Schaftlängen jedoch einheitlich sind, bietet Minn Kota zur Orientierung eine Übersichtstabelle* an:
| Abstand zwischen Heck- und Wasserspiegel | Empfohlene Schaftlänge |
| 0–25 cm | 76 cm |
| 25–40 cm | 91 cm |
| 40–56 cm | 106 cm |
| > 56 cm | Nimm Kontakt mit uns auf |
* Umgerechnet aus dem angloamerikanischen Maßsystem des Herstellers.
Die Schaftlänge für den Bugmotor ermitteln
Die Schaftlänge für den Bugmotor ermittelst du wie beim Heckmotor. Du ermittelst den Abstand zwischen der Wasseroberfläche und der Oberkante des Bugs an der Stelle, an der der Motor seinen Platz findet. Anschließend addierst du entweder 30 cm oder 50 cm. Das Ergebnis ist die nötige Schaftlänge des Bugmotors für dein Boot. Da der Bug höher liegt als der Heckspiegel, fällt sie in der Regel deutlich länger aus.
Aufgrund der einheitlichen Schaftlängen bietet Minn Kota auch für Bugmotoren eine Tabelle* an:
| Abstand zwischen Bugkante und Wasserspiegel | Empfohlene Schaftlänge |
| 0–25 cm | 91 cm |
| 40–56 cm | 106–114 cm |
| 56–71 cm | 122–132 cm |
| 71–86 cm | 137–157 cm |
| 86–112 cm | 183 cm |
| > 115 cm | 221 cm |
* Umgerechnet aus dem angloamerikanischen Maßsystem des Herstellers.
Schritt 5: Gewünschte Reichweite des Elektromotors
Wie hoch die Reichweite des Elektro-Bootsmotors ist, hängt von der Kapazität der Batterie ab. Je mehr Amperestunden (Ah) eine Batterie hat, desto mehr Kilometer kann der Elektromotor zurücklegen.
von links nach rechts: Bleibatterie,
Deep-Cycle-Batterie und Lithiumbatterie
Einige Hersteller wie ePropulsion statten ihre Elektromotoren mit einem integrierten Akku aus und geben die maximale Reichweite an. Diese kannst du aber auch bei Bedarf beliebig erweitern, wenn du weitere Akkus verwendest, etwa als Ersatz oder dazugeschaltet.
Für Elektromotoren ohne integrierten Akku benötigst du jedoch externe Batterien. Minn Kota empfiehlt an dieser Stelle, Deep-Cycle-Batterien mit mindestens 105 Ah zu verwenden, da bei diesen Modellen die Tiefentladung bei 20 % einsetzt. Das heißt, dass 80 % der 105 Ah verfügbare Kapazität sind. Im Vergleich dazu liegt die Tiefentladung bei gewöhnlichen Bleibatterien bei 50 %. Erreichen Bleibatterien ihre Tiefentladung, sind sie nicht mehr verwendbar und lassen sich auch nicht mehr aufladen.
Lithiumbatterien dagegen liefern die meiste Kapazität, bieten weitaus mehr Ladezyklen und haben eine Onboard-Elektronik, die vor Tiefentladung schützt. Somit fährst du mit einer Lithiumbatterie nicht nur länger, sondern auf alle Fälle sicher.
Diese Tabelle veranschaulicht, wie viel Kapazität bei den jeweiligen Batteriemodellen zur Verfügung steht:
| Bleibatterie | Deep-Cycle-Batterie | Lithiumbatterie | |
| Tiefentladung | 50 % | 20 % | n. v. |
| Batteriekapazität (Ah) | 105 | 105 | 105 |
| Verfügbare Kapazität (Ah) | 52,5 | 84 | 105 |
Um also dieselbe Reichweite wie mit einer Lithiumbatterie zu erzielen, benötigst du eine Bleibatterie mit mindestens 210 Ah. Das immense Gewicht, das sich damit summiert, wirkt sich wiederum auf den Energieverbrauch des Elektromotors aus.
Zum Vergleich: Eine Lithiumbatterie von Jarocells mit 120 Ah wiegt 13,4 kg, während eine Blei-Kalzium-Batterie von VMF mit 105 Ah satte 23 kg auf die Waage bringt. Um mindestens 120 Ah mit Bleibatterien an Bord zu haben, brauchst du also drei Batterien. Damit schleppt dein Elektro-Bootsmotor 69 kg statt 13,4 kg – quasi eine Person mehr an Bord.
Die Reichweite des Elektro-Bootsmotors berechnen
Die Reichweite lässt sich berechnen, indem du die verfügbare Kapazität der Batterie (Ah) durch die maximale Stromaufnahme in Ampere (A) teilst. Das Ergebnis liefert dir die maximale Fahrzeit unter permanenter Volllast, also Fahren mit „Vollgas“. Sie steigt jedoch deutlich, je langsamer der Motor fährt, weil dadurch die Stromaufnahme enorm sinkt.
Schritt 6: Batterie, Spannung und Laden
Welche Batterietechnik du wählst, hast du in Schritt 5 geklärt. Bleibt die Frage, wie viel Spannung dein Motor verlangt und was du außer der Batterie noch brauchst.
12, 24 oder 36 Volt?
Die Betriebsspannung hängt vom Motor ab und steht in den technischen Daten jedes Artikels. Heckmotoren und kleinere Bugmotoren laufen üblicherweise mit 12 Volt und damit einer Batterie. Leistungsstärkere Bugmotoren brauchen 24 Volt (zwei in Reihe geschaltete Batterien), die größten Modelle 36 Volt (drei Batterien). Das ist für die Kaufentscheidung wichtiger, als es zunächst klingt: Ein 36-Volt-System bedeutet dreifaches Batteriegewicht und dreifache Anschaffungskosten zusätzlich zum Motor.
Ladegerät, Kabel und Sicherung
- Passendes Ladegerät für die gewählte Batterietechnik – ein Blei-Lader ist für Lithium nicht geeignet und umgekehrt.
- Bei 24- und 36-Volt-Systemen ein Ladegerät mit entsprechend vielen Ladeausgängen, damit jede Batterie einzeln versorgt wird.
- Ausreichender Kabelquerschnitt und eine eigene Sicherung in der Plusleitung, möglichst nah an der Batterie.
Batterien, Ladegeräte und Anschlusskabel findest du bei uns unter Bootsbatterien & Zubehör.
Montage am Boot
Ein Heckmotor wird mit einer Klemmhalterung am Motorspiegel befestigt – das geht werkzeuglos und ist auch am Leihboot in wenigen Minuten erledigt. Wichtig ist, dass der Spiegel die Klemmbreite hergibt und der Motor gerade sitzt.
Ein Bugmotor braucht eine feste Montageplatte auf dem Vordeck. Bei Aluminium- und GFK-Booten wird verschraubt, bei Schlauchbooten mit Aluboden kommt häufig eine separate Montageplatte zum Einsatz. Die Installation sollte sauber ausgeführt sein: Der Motor arbeitet gegen Wind und Strömung und überträgt diese Kräfte auf die Verschraubung.
Passende Halterungen und Montageplatten führen wir unter Zubehör für Elektro-Bootsmotoren.
Diese Marken führen wir
- Minn Kota – die größte Auswahl bei uns. Heckmotoren der Endura- und Traxxis-Reihe, Bugmotoren von PowerDrive über Terrova und Ulterra bis Ultrex, dazu die Riptide-Serie für Salzwasser.
- MotorGuide – Heckmotoren der R3-Reihe, wahlweise in Süß- oder Salzwasserausführung.
- ePropulsion – Elektro-Außenborder mit integriertem Akku: Spirit, Navy und eLite. Alle drei sind für Süß-, Brack- und Salzwasser freigegeben und eignen sich als vollwertiger Hauptantrieb.
- Garmin – der Force als Bugmotor und der Force Current als Heckmotor, beide eng mit Garmin-Kartenplottern vernetzbar.
- Lowrance – GHOST und RECON, mit integriertem Geber und Anbindung an Lowrance-Echolote.
Nicht im Sortiment sind Innenborder, Saildrives und Verbrennungsmotoren – wir konzentrieren uns auf elektrische Antriebe für Angel- und Sportboote.
Unsicher? Der Motor-Berater führt dich in zwei Minuten zum Modell
Bootstyp, Gesamtgewicht, Montageart und Einsatzgewässer – aus diesen vier Angaben ergibt sich das passende Modell fast von selbst. Genau das macht unser Elektromotor-Berater: Schubkraft für dein Boot berechnen. Du beantwortest ein paar Fragen und bekommst eine konkrete Empfehlung statt einer Liste mit dreihundert Artikeln.
Häufige Fragen zu Elektro-Bootsmotoren
Wie viel Schubkraft brauche ich für mein Bootsgewicht?
Als Faustregel gelten 2 lbs Schubkraft je 100 lbs Gesamtgewicht von Boot, Ausrüstung und Besatzung; bei häufigen Fahrten in Wind und Wetter kommen 10 lbs dazu. Maßgeblich ist das Gewicht, nicht die Bootslänge. Die Tabelle in Schritt 3 gibt eine grobe Orientierung, der Motor-Berater rechnet es genauer aus.
Welche Batterie brauche ich für einen Elektro-Bootsmotor?
Entscheidend sind Spannung und Kapazität: 12 Volt für die meisten Heckmotoren und kleineren Bugmotoren, 24 oder 36 Volt für leistungsstärkere Modelle. Minn Kota empfiehlt Deep-Cycle-Batterien ab 105 Ah. Dazu kommen ein passendes Ladegerät, ausreichender Kabelquerschnitt und eine eigene Sicherung. Passendes findest du unter Bootsbatterien & Zubehör.
Blei, Deep Cycle oder Lithium – was ist besser?
Bei gleicher Nennkapazität von 105 Ah stehen dir bei einer Bleibatterie nur 52,5 Ah zur Verfügung, bei einer Deep-Cycle-Batterie 84 Ah und bei Lithium die vollen 105 Ah. Lithium ist zudem deutlich leichter: 13,4 kg gegenüber 23 kg bei vergleichbarer Kapazität. Dafür ist die Anschaffung teurer.
Ist der Motor für Salzwasser geeignet?
Das hängt vom Modell ab. Die Minn-Kota-Riptide-Serie, alle ePropulsion-Modelle und die Salzwasserausführungen von MotorGuide und Lowrance RECON sind freigegeben, die Süßwassermodelle nicht – dort erlischt bei Einsatz im Salz- oder Brackwasser die Garantie. Die vollständige Übersicht steht in der Gewässertabelle in Schritt 2. Nach jeder Fahrt im Salzwasser den Motor mit Süßwasser abspülen und die Opferanoden prüfen.
Welche Schaftlänge passt zu meinem Boot?
Miss den Abstand zwischen Montagekante und Wasseroberfläche und addiere 30 cm, bei häufigem Wellengang 50 cm. Der Propeller muss auch bei Seegang vollständig unter Wasser bleiben. Die Tabellen in Schritt 4 ordnen dem gemessenen Abstand die passende Schaftlänge zu – getrennt für Heck- und Bugmotor, weil der Bug höher liegt.
Wie wird die Leistung angegeben – lbs oder PS?
Elektro-Bootsmotoren werden in lbs Schubkraft angegeben, Verbrenner in PS. Beide Werte lassen sich nicht direkt umrechnen, weil sie Verschiedenes messen: lbs beschreibt den Schub, PS die Motorleistung. Für die Auswahl eines Elektromotors zählt allein die Schubkraft im Verhältnis zum Bootsgewicht.
Zum Schluss
Der Leitfaden soll die Grundlagen zum Kauf eines Elektro-Bootsmotors vermitteln. Hast du den richtigen Elektromotor für dich gefunden, wünschen wir dir damit viel Spaß auf dem Wasser. Solltest du weitere Fragen zu Elektro-Bootsmotoren haben, stehen wir dir gerne zur Verfügung.
Schreib uns einfach eine E-Mail an info@mybait.de oder ruf uns an unter 0208–94103751.





