Schubkraft bei Elektro-Bootsmotoren richtig wählen
Die neue Faustformel mit von-bis-Logik – 5 bis 10 lbs pro 100 kg Bootsgewicht
Die Schubkraft wird bei Elektro-Bootsmotoren (egal ob von Minn Kota, MotorGuide, Garmin, Lowrance oder Haswing) in Pfund (lbs) angegeben. Sie sagt dir, mit welcher Kraft der Motor dein Boot schiebt oder zieht – und damit, ob du dein Angelboot auch bei Wind und Strömung noch sauber manövrieren kannst.
Die richtige Schubkraft für deinen Elektro-Bootsmotor zu wählen ist eine der wichtigsten Entscheidungen beim Kauf – und eine der am häufigsten falsch getroffenen. Die Folge: Frust auf dem Wasser, zu schnell leere Akkus und im schlimmsten Fall ein abgebrochener Angeltrip. Wir zeigen dir, wie du mit einer einfachen Faustformel den passenden Motor findest und welche zusätzlichen Faktoren du unbedingt einplanen solltest.
Inhaltsverzeichnis
- Im Zweifel immer mehr Schubkraft
- Das Bootsgewicht ist der wichtigste Faktor
- Die neue Faustformel: 5 bis 10 lbs pro 100 kg
- Schubkraft-Tabelle nach Bootsgewicht
- Praxis-Check: Westwind und Rheindelta
- Hersteller im Vergleich
- Brushless macht den Unterschied
- Weitere Einflussfaktoren
- FAQ – Fragen unserer Kunden
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Im Zweifel immer mehr Schubkraft
Wenn du dir unsicher bist, wie viel Schubkraft du brauchst, gilt eine einfache Regel: Nimm den stärkeren Motor. Es gibt wirklich nichts Ärgerlicheres, als einen Angeltrip abbrechen zu müssen, weil sich das Boot bei aufkommendem Wind nicht mehr vernünftig steuern lässt.
Das klingt jetzt nach einer ziemlich pauschalen Aussage, aber die Praxis bestätigt sie immer wieder. Ein zu schwacher Motor muss ständig am Anschlag laufen, verbraucht dabei unverhältnismäßig viel Strom, belastet den Akku überproportional und verschleißt schneller. Ein stärkerer Motor hingegen arbeitet bei derselben Aufgabe entspannt im unteren Drehzahlbereich, bleibt kühler, zieht weniger Ampere aus dem Akku und hält länger durch.
Der Preisunterschied zwischen einem 55 lbs und einem 80 lbs Motor liegt in der Regel bei 100 bis 300 Euro. Im Vergleich zu den Gesamtkosten eines Angeltrips (Sprit, Übernachtung, Zeit) sind das Peanuts – aber der Unterschied auf dem Wasser ist gewaltig. Wer billig kauft, kauft zweimal. Auch bei Bootsmotoren.
Das Bootsgewicht ist der wichtigste Faktor
Einer der wichtigsten Einflussfaktoren für die benötigte Schubkraft deines Elektro-Bootsmotors ist das Eigengewicht deines Angelbootes. Je schwerer das Boot, desto mehr Schubkraft muss der Motor leisten.
Wichtig: Schau nicht einfach in die Bootspapiere und nimm das Leergewicht. Du musst alles rechnen, was im Boot mitfährt:
- Außenborder: bei 15 PS schnell 40 bis 50 kg
- Kraftstoff: voller 25-Liter-Tank = gut 20 kg
- Zwei Angler: 150 bis 180 kg
- Ausrüstung: Ruten, Kescher, Tackleboxen, Kühlbox – schnell 30 bis 50 kg
- Bootsbatterien: eine AGM 100 Ah wiegt ca. 25 kg, bei 24V-Systemen hast du gleich zwei davon
- Anker, Leinen, Sicherheitsausrüstung: weitere 10 bis 15 kg
Bei einem klassischen Angelkahn oder Schlauchboot können so schnell 350 bis 500 kg Zuladung zusammenkommen. Bei sehr leichten Schlauchbooten wie einem 3-Meter-Gummiboot übersteigt die Zuladung oft sogar das Eigengewicht des Bootes selbst – teilweise deutlich.
Faustregel für die Gewichtsrechnung: Nimm das Leergewicht deines Bootes und rechne dir ehrlich alles hinzu, was du an Bord hast, wenn es ans Angeln geht. Das ist dein Gesamtbootsgewicht – und genau damit rechnest du die Schubkraft aus.
Die neue Faustformel: 5 bis 10 lbs pro 100 kg
📈 Faustformel für die Schubkraft deines Elektro-Bootsmotors
Pro 100 kg Gesamtbootsgewicht (inklusive Außenborder, Kraftstoff, Insassen, Ausrüstung und Akkus) brauchst du:
- 5 lbs Schubkraft bei moderaten Bedingungen – windgeschütztes Gewässer, keine nennenswerte Strömung
- 10 lbs Schubkraft bei ungemütlichen Bedingungen – Wind ab 4 Bft, Strömung bis zu 3 km/h, offene Gewässer mit Wellenbildung
Beispielrechnung: Ein voll beladenes 800-kg-Boot braucht zwischen 40 lbs (ruhiger See, Sommertag) und 80 lbs (Wind, Strömung, großes Gewässer). Wer regelmäßig auf Gewässern mit Wind und Strömung unterwegs ist, orientiert sich am oberen Wert – wer nur auf ruhigen Binnenseen fischt, kommt mit dem unteren Wert gut durch.
Warum gerade 5 bis 10 lbs pro 100 kg?
Die bekannteste US-Faustformel der großen Hersteller (Minn Kota, MotorGuide, Haswing) lautet: 2 lbs Schub pro 100 lbs voll beladenem Bootsgewicht. Umgerechnet in Kilogramm sind das gerade mal rund 4,4 lbs pro 100 kg – und das ist explizit als Minimum für Idealbedingungen gedacht.
MotorGuide empfiehlt, bei windigem Wetter oder Strömung 10 lbs on top zu rechnen. Minn Kota formuliert es vorsichtiger: „etwas mehr Schub“, wenn Wind oder Strömung eine Rolle spielen. In unabhängigen Tests und Ratgebern werden bei rauen Bedingungen 20 bis 30 Prozent Aufschlag empfohlen.
Wir haben uns die Empfehlungen aller großen Hersteller und unabhängiger Quellen angeschaut, mit unseren eigenen Praxiserfahrungen abgeglichen und sind zu dem Ergebnis gekommen: 5 bis 10 lbs pro 100 kg deckt die gesamte Bandbreite real vorkommender Bedingungen sauber ab. Das untere Ende ist ehrlich das absolute Minimum für perfekte Verhältnisse – das obere Ende gilt, wenn es auf dem Wasser unangenehm wird.
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Schubkraft-Tabelle: Welche lbs für welches Bootsgewicht?
Die folgende Tabelle zeigt dir, welche Schubkraft du für dein Gesamtbootsgewicht benötigst – einmal bei moderaten und einmal bei ungemütlichen Bedingungen:
| Gesamtgewicht (voll beladen) | Moderat (ruhiges Gewässer) | Rau (Wind bis 4 Bft, Strömung) | Typische Motor-Klasse |
|---|---|---|---|
| bis 250 kg (Kajak, kl. Schlauchboot) | ab 13 lbs | bis 25 lbs | 12V / 30 lbs |
| 250 – 500 kg | 25 lbs | 50 lbs | 12V / 40 – 55 lbs |
| 500 – 750 kg | 38 lbs | 75 lbs | 12V – 24V / 55 – 80 lbs |
| 750 – 1.000 kg | 50 lbs | 100 lbs | 24V / 70 – 105 lbs |
| 1.000 – 1.250 kg | 63 lbs | 125 lbs | 24V – 36V / 80 – 112 lbs |
| 1.250 – 1.500 kg | 75 lbs | 150 lbs | 36V / 105 – 115 lbs (brushless) |
| 1.500 – 1.750 kg | 88 lbs | 175 lbs | 36V / 112 – 115 lbs (brushless) |
| 1.750 – 2.000 kg | 100 lbs | 200 lbs | 36V / 115 lbs brushless oder 2 Motoren |
| ab 2.500 kg | 125 lbs | 250 lbs | 36V brushless, ggf. Kombinationen |
Hinweis zu den oberen Klassen: Ab etwa 1.500 kg Bootsgewicht wird es im „rauen“-Bereich eng mit einer Einzelmotor-Lösung. Hier kommen brushless-Motoren ins Spiel, die bei gleicher lbs-Angabe mehr effektives Drehmoment liefern. Alternativ kombinierst du zwei Motoren oder steigst auf einen echten elektrischen Antriebsmotor wie ePropulsion um.
Praxis-Check: Westwind und Rheindelta
Viele unserer Kunden sind im Rheindelta unterwegs – Biesbosch, Amer, Hollands Diep, Haringvliet. Das ist der Place to be für große Zander, Hechte und vor allem kapitale Welse. Die einschlägigen Wettbewerbe laufen auf YouTube rauf und runter und prägen die Vorstellung, was ein Elektro-Bootsmotor können muss.
Das Problem: Westeuropa liegt in der atmosphärischen Westwindzone der gemäßigten Breiten. Die Luftströmung kommt fast immer aus West bis Südwest, verstärkt durch den Nordatlantikstrom (den Auslaufer des Golfstroms, der bis zu den Britischen Inseln zieht). In den weitläufigen Flussarmen des Deltas hat der Wind freie Bahn – und an genau den spannendsten Plätzen steht das Boot plötzlich schräg gegen den Wind und gleichzeitig gegen die Tidenströmung.
Wer hier mit einem 55-lbs-Motor an einem 1.200-kg-Alu-Boot unterwegs ist, wird den Spot beim ersten anständigen Westwind schlicht nicht mehr halten können. Rechnerisch bräuchte man zwischen 60 lbs (moderat) und 120 lbs (rau). Der Spot-Lock hat dann keine Chance, das Boot im Wind sauber über der Struktur zu halten. Die Konsequenz: Man treibt ab, der Wurfwinkel stimmt nicht mehr, und am Ende bricht man den Trip früher ab.
Unser praktischer Rat für Rheindelta-Angler: Rechne konsequent mit der oberen Grenze (10 lbs pro 100 kg). Die Investition zahlt sich beim ersten richtig windigen Tag bereits aus. Und ehrlich gesagt: Nach 200 Kilometern Anfahrt willst du dort angeln – nicht abbrechen.
Hersteller im Vergleich: Wer sagt was?
Wir haben die offiziellen Empfehlungen der fünf großen Hersteller für dich verglichen. Interessant: Die Unterschiede sind größer, als man auf den ersten Blick vermutet.
Minn Kota (Marktführer)
Klassische Faustformel: 2 lbs pro 100 lbs voll beladenem Bootsgewicht als Mindestwert. Umgerechnet auf Kilogramm sind das 4,4 lbs pro 100 kg. Bei Wind oder Strömung empfiehlt Minn Kota ausdrücklich „etwas mehr Schub“. Die offizielle Tabelle reicht bis 36V-Systeme mit 115 lbs für Boote bis 4.500 kg.
MotorGuide (Brunswick/Mercury)
Gleiche Grundformel wie Minn Kota, aber explizit konkreter: Bei windigem oder strömungsreichem Gewässer 10 lbs zum Minimum hinzurechnen. Das entspricht ziemlich genau unserer „rauen“-Empfehlung. Die aktuelle Tour-Pro-Serie bietet bis 109 lbs bei 36V.
Garmin Force, Force Pro, Force Kraken
Garmin gibt keine eigene Faustformel heraus, ist aber bei den Boot-Empfehlungen optimistisch: Der Force Pro mit 100 lbs Schub bei 36V wird für Boote bis 3.200 kg empfohlen, der Force Kraken sogar bis 5.400 kg. Warum? Garmin misst nach dem ISO-Standard 13342 und setzt konsequent auf hocheffiziente Brushless-Motoren.
Lowrance Ghost und Ghost X
Auch Lowrance verzichtet auf eine Schub/Gewicht-Formel und positioniert die Motoren nach Bootsklasse: Ghost und Ghost X sind explizit für Bass- und Walleye-Boote mit hohem Bug konzipiert. Maximalwerte: 97 lbs bei 24V und 120 lbs bei 36V.
Haswing Cayman (preisgünstige Alternative)
Haswing übernimmt exakt die US-Faustformel, betont aber explizit: „Das Minimum ist selten die beste Wahl.“ Der Cayman B mit 55 lbs wird offiziell für Boote bis 1.250 kg empfohlen – was unserem moderaten Wert sehr nahe kommt.
Fazit Hersteller-Vergleich: Die drei klassischen Trolling-Motor-Marken (Minn Kota, MotorGuide, Haswing) rechnen praktisch identisch. Garmin und Lowrance gehen andere Wege, weil ihre neueren Brushless-Motoren bei gleicher lbs-Angabe effizienter arbeiten.
Brushless macht den Unterschied
Wenn du bei größeren Booten die Tabelle hochscrollst, siehst du schnell: Ab 1.500 kg Bootsgewicht wird es mit Standard-Motoren eng. Hier kommen brushless-Motoren ins Spiel – die neuere Generation ohne Kohlebürsten.
Die Vorteile sind messbar:
- Höheres Drehmoment bei gleicher Nenn-Schubkraft
- Bis zu 30 % längere Laufzeit bei gleichem Akku
- Deutlich leiser – besonders wichtig beim Vertikalangeln
- Keine Kohlebürsten = weniger Wartung, längere Lebensdauer
- Dual-Voltage-Fähigkeit: viele Modelle laufen wahlweise mit 24V oder 36V
Was bedeutet das für deine Kaufentscheidung? Ein 80-lbs-Brushless-Motor fühlt sich auf dem Wasser oft so an, als hättest du 90 lbs an einem klassischen Motor. Bei schweren Booten und rauen Bedingungen kann die brushless-Technik dir die letzte Reserve geben, die du brauchst, um den Spot zu halten.
Die aktuellen Top-Modelle in unserem Sortiment sind der Minn Kota Ultrex QUEST, der Garmin Force Pro, der Lowrance Ghost X und der MotorGuide Tour Pro. Preislich bewegen sich diese in der Klasse von 3.000 bis 4.500 € – aber für den ambitionierten Bootsangler, der sein Setup fahren will, bis es nicht mehr geht, lohnt sich der Aufpreis.
Weitere Einflussfaktoren auf die benötigte Schubkraft
Die Gewichts-Faustformel ist die Basis – aber ein paar weitere Faktoren können die benötigte Schubkraft noch nach oben treiben:
💥 Kapazität deiner Bootsbatterien
Ein starker Elektro-Bootsmotor verbraucht bei gleicher Leistungsabgabe deutlich weniger Strom als ein schwächerer, der ständig am Anschlag läuft. Ein 80-lbs-Motor bei Halbgas liefert oft mehr Praxis-Schub als ein 55-lbs-Motor bei Vollgas – und verbraucht dabei sogar weniger Strom. Das bedeutet: Mit einem stärkeren Motor kommst du mit derselben Batterie länger aus. Die Mehrkosten für einen größeren Motor sind oft schon durch die kleinere benötigte Batterie amortisiert.
📏 Bootslänge
Je länger dein Angelboot, desto mehr Schubkraft brauchst du – nicht nur wegen des höheren Gewichts, sondern auch wegen der trägeren Manövrierbarkeit. Ein 5-Meter-Boot reagiert einfach langsamer auf Steuerbefehle als ein 3-Meter-Boot.
🌬 Aufbauten und Windanfälligkeit
Boote mit Kabinenaufbau, Persenning, hoher Bordwand oder Hardtop bieten dem Wind eine große Angriffsfläche. Schon ein leichter Wind wird hier zum Problem. Klassische offene Angelboote sind deutlich weniger windanfällig. Wenn du einen Kajüten-Kreuzer oder Ponton hast, rechne immer mit der oberen Grenze der Schubempfehlung.
⚐ Rumpfform
Tiefe V-Rümpfe schneiden gut durchs Wasser und sind seitlich stabil. Flache Rümpfe und Schlauchboote drehen dagegen auf der Stelle wie ein Brummkreisel – was super für Manövrierbarkeit ist, aber die seitliche Abdrift bei Wind deutlich erhöht. In beiden Fällen brauchst du mehr Schubkraft als die reine Gewichtsformel ergibt.
🌊 Gewässer und Angeltechnik
Das größte Thema. Wer auf dem Bodden oder in den offenen Armen des Rheindeltas angelt, braucht erfahrungsgemäß den doppelt so starken Motor wie jemand, der dieselbe Bootsklasse auf einem kleinen, windgeschützten Stausee fährt. Beim Schleppangeln kommt noch dazu: Der Motor muss dauerhaft Leistung abgeben, was wiederum nach mehr Reserven verlangt.
Achtung: Klassische Trolling-Motoren sind nicht für dauerhaftes Schleppangeln konzipiert. Wenn das dein Haupteinsatzzweck ist, schau dir lieber einen echten elektrischen Antriebsmotor wie ePropulsion an. Die sind genau dafür gebaut.
FAQ – Fragen unserer Kunden
Welche Schubkraft benötigt mein Elektro-Bootsmotor?
Pro 100 kg Gesamtbootsgewicht (voll beladen inkl. Außenborder, Akkus, Insassen und Ausrüstung) brauchst du 5 bis 10 lbs Schubkraft. Der untere Wert (5 lbs) gilt für moderate Bedingungen auf windgeschützten Gewässern ohne Strömung. Den oberen Wert (10 lbs) rechnest du bei Wind ab 4 Bft und Strömung bis zu 3 km/h. Wer im Rheindelta, an der Küste oder auf großen Flussarmen unterwegs ist, sollte konsequent mit dem oberen Wert rechnen.
Welche Faktoren beeinflussen die Schubkraft besonders stark?
Die fünf wichtigsten Faktoren sind: Strömung (je stärker, desto mehr Schub), Wind (ab 4 Bft wird es kritisch), Bootsaufbauten (Kabinen und Persenning vergrößern die Windangriffsfläche), Rumpfform (V-Rümpfe liegen stabiler, flache Rümpfe driften stärker) und natürlich dein Gesamtbootsgewicht. Dazu kommt noch dein Nutzungsprofil: Vertikalangeln braucht weniger Schub als Schleppangeln gegen die Strömung.
Welche Akkus braucht mein Elektro-Bootsmotor?
Auf keinen Fall Autobatterien! Eine Starterbatterie ist darauf ausgelegt, einen Motor kurz mit hohem Strom zu starten – Elektro-Bootsmotoren brauchen aber das genaue Gegenteil: konstante, eher niedrige Ströme über viele Stunden. Du brauchst Deep-Cycle-Zyklentypen, also entweder Deep-Cycle-AGM oder – noch besser – Lithium-Ionen-Akkus (LiFePO4). Lithium-Akkus sind leichter, langlebiger, tiefentladungsstabil und am Ende über mehrere Jahre sogar günstiger als Blei-Säure-Alternativen.
Ist 12, 24 oder 36 Volt besser?
Die Spannung bestimmt am Ende die maximale Schubkraft. Je größer dein Boot, desto mehr Volt brauchst du: 12V für kleine Angelboote und Schlauchboote bis ca. 700 kg, 24V für mittlere Boote bis ca. 1.500 kg und 36V für alles darüber. Ein zusätzlicher Vorteil höherer Spannung: Der Motor arbeitet bei gleicher Drehzahl deutlich effizienter. „Hubraum statt PS“ – das gilt auch hier.
Was ist beim Kauf unbedingt zu beachten?
Unterscheide klar zwischen Trolling-Motoren (Minn Kota, MotorGuide, Garmin, Lowrance, Haswing) und echten elektrischen Antriebsmotoren (z. B. Torqeedo, ePropulsion). Ein Trolling-Motor ist primär zur Positionierung und für kurze Spot-Wechsel gedacht – nicht für dauerhaftes schnelles Fahren über längere Strecken. Wer primär schleppen oder lange Distanzen zurücklegen will, ist mit einem echten Antriebsmotor deutlich besser beraten.
Wie kann ich die Fahrtzeit meines Elektro-Bootsmotors verbessern?
Drei Stellschrauben: (1) Einen Akku mit höherer Kapazität nutzen (oder Lithium statt Blei). (2) Die Geschwindigkeit reduzieren – bei halber Drehzahl verbraucht der Motor oft nur ein Viertel des Stroms. (3) Schon beim Kauf auf hohe Effizienz achten. Brushless-Motoren ziehen bei gleicher Schubleistung bis zu 30 % weniger Strom als klassische Brushed-Motoren. Und: Je stärker der Motor, desto effizienter arbeitet er bei Teillast.
Welchen Einfluss hat die Schubkraft auf die Effizienz?
Je größer die Schubkraft-Reserve, desto niedriger kann der Motor drehen, um dieselbe Leistung zu liefern – und desto effizienter arbeitet er. Ein 80-lbs-Motor bei 40 % Leistung verbraucht oft weniger Strom als ein 55-lbs-Motor bei 80 %, obwohl beide das Boot gleich schnell bewegen. Hohe Schubkraft ist also nicht nur für raue Bedingungen gut, sondern spart dir auch Akku-Kapazität im Alltag.
Wie berechnet man die Leistung eines Elektro-Außenborders?
Elektro-Außenborder werden nicht mit Leistung, sondern mit Schubkraft in lbs angegeben. Ein Beispiel: 55 lbs entspricht einer Schubkraft von etwa 25 kg. Wichtig: Schub ist eine Kraft, PS ist eine Leistung – beides lässt sich physikalisch nicht direkt ineinander umrechnen. Ein 55-lbs-Motor hat eine ungefähre Eingangsleistung von 600 Watt, ein 80-lbs-Motor liegt bei etwa 960 Watt. Ein direkter Vergleich von lbs und PS ist nur als grobe Abschätzung möglich.
Wie lange hält die Batterie und wie weit komme ich?
Das hängt von drei Faktoren ab: der Leistungsaufnahme des Motors, der gefahrenen Geschwindigkeit und der tatsächlich nutzbaren Batteriekapazität. Bei Bleiakkus sind nur etwa 50 % der Nennkapazität verfügbar (mehr Tiefentladung beschädigt den Akku), bei Lithium-Akkus sind es bis zu 100 %. Beispielrechnung: Motor mit 50 A Stromaufnahme, 100-Ah-Bleiakku → nur 50 Ah nutzbar → ca. 1 Stunde Fahrzeit bei Vollgas. Mit einem 100-Ah-Lithium-Akku wären es rund 2 Stunden.
Wie schnell kann ich mit einem Elektro-Außenborder fahren?
Klassische Trolling-Motoren von Minn Kota, MotorGuide, Garmin, Lowrance oder Haswing bringen dein Boot nicht in Gleitfahrt. Je nach Schubkraft und Rumpfform erreichst du mit einem 24V-Motor ca. 6–7 km/h, mit einem 36V-Modell etwas mehr. Für echte Fahrtleistung brauchst du leistungsstarke elektrische Außenborder wie Torqeedo (bis 80 PS verfügbar) oder ePropulsion. Damit sind dann auch Geschwindigkeiten von 20–30 km/h möglich – bei entsprechendem Akku.
Welche Schaftlänge ist optimal?
Bei Bugmotoren: Der Propeller sollte mindestens 40 cm unter der Wasserlinie sein, besser noch tiefer. Bei Wellengang hebt sich der Bug gerne, und eine Schraube, die plötzlich in der Luft dreht, ist ärgerlich und laut. Bei Heckmotoren: Die oberste Spitze des Propellerblatts sollte mindestens 5 cm unter der Wasseroberfläche sein. Im Zweifel lieber eine Schaftlänge größer wählen – zu tief ist kein Problem, zu kurz schon.
Brauche ich einen Bootsführerschein für einen Elektromotor?
Es gelten die gleichen Regeln wie bei Verbrennern, also z. B. die 15-PS-Grenze. Eine gute Nachricht: Alle klassischen Trolling-Motoren mit Schubkraftangaben wie 30, 55 oder 80 lbs liegen deutlich unter der 15-PS-Grenze und sind führerscheinfrei. Erst bei echten elektrischen Außenbordern mit PS-Angabe (z. B. Torqeedo 3 R) musst du die Regelung im Blick behalten. Bitte immer die aktuellen lokalen Vorschriften des jeweiligen Gewässers prüfen – die können je nach Bundesland oder Land unterschiedlich sein.
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Noch unsicher, welcher Motor zu deinem Boot passt?
Kein Problem – wir beraten dich persönlich. Schau dich im mybait Elektro-Bootsmotoren Shop um oder ruf uns einfach an. Wir führen alle großen Marken (Minn Kota, MotorGuide, Garmin, Lowrance, Haswing, ePropulsion) und finden mit dir gemeinsam das richtige Setup – inklusive passender Bootsbatterien und Ladetechnik.





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