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Side Imaging

Side Imaging (auch Seitenscan oder SideScan) bezeichnet Sonartechnik, die den Gewässerboden seitlich neben dem Boot abtastet und fotoähnliche Bilder davon liefert. Statt nur senkrecht nach unten zu messen, sendet der Geber zwei schmale Fächer nach links und rechts. Typische Arbeitsfrequenzen liegen zwischen 455 kHz und 1,2 MHz – je höher, desto schärfer das Bild, desto geringer die Reichweite. Jeder Hersteller nutzt einen eigenen Namen: Side Imaging bei Humminbird, SideVü bei Garmin, SideScan bei Lowrance und Simrad.

Wie der Seitenscan funktioniert

Der Geber sendet zwei sehr schmale, fächerförmige Sonarstrahlen quer zur Fahrtrichtung ab. Während das Boot fährt, setzt das Echolot die einzelnen Abtastzeilen aneinander – so entsteht ein Bild, das aussieht wie eine Luftaufnahme des Gewässerbodens.

Was du dabei liest, sind vor allem Schatten. Ein Baumstamm, ein Stein oder ein Fisch wirft einen Sonarschatten in die vom Geber abgewandte Richtung. Aus der Länge dieses Schattens erkennst du, wie hoch das Objekt über dem Grund steht – oft deutlicher als aus dem Objekt selbst. Wer Side Imaging lesen lernt, achtet zuerst auf die Schatten.

Direkt unter dem Boot bleibt ein Streifen ohne Information, die sogenannte Wassersäule. Dort steht der Geber im toten Winkel – für diesen Bereich brauchst du Down Imaging oder klassisches 2D-Sonar.

Wie die Hersteller es nennen

Hersteller Bezeichnung Seitenscan Höchste Ausbaustufe
Humminbird Side Imaging (SI) MEGA Side Imaging, bis 1,2 MHz
Garmin SideVü Ultra-HD-SideVü, 1,2 MHz
Lowrance / Simrad SideScan Active Imaging HD, 455/1075 kHz

Streng genommen ist „Side Imaging“ der Markenbegriff von Humminbird. Im deutschen Sprachgebrauch hat er sich aber als Gattungsname durchgesetzt – so wie Tempo für Papiertaschentücher.

Was du damit findest

Der Seitenscan ist ein Suchwerkzeug, kein Fangwerkzeug. Seine Stärke ist die Fläche: In einer Fahrt deckst du einen Streifen von mehreren Dutzend Metern Breite ab, statt nur die schmale Spur direkt unter dem Kiel.

Typische Funde:

  • Versunkene Strukturen – Bäume, Wurzelstöcke, Bootswracks, alte Betonteile
  • Kanten und Übergänge zwischen Hart- und Weichgrund
  • Krautfelder und ihre Ränder
  • Fischschwärme seitlich des Bootes, die dem 2D-Sonar entgehen würden

Ein Punkt aus der Praxis, der oft übersehen wird: Seitenscan braucht eine gleichmäßige, langsame Fahrt. Lowrance nennt für Active Imaging HD eine Maximalgeschwindigkeit von 9 Knoten für DownScan und SideScan – zum Vergleich funktioniert das 2D-CHIRP-Sonar desselben Gebers noch bei 48 Knoten. Wer mit Vollgas über den Spot bräst, bekommt Streifen statt Struktur.

Frequenz und Reichweite

Bei allen Systemen gilt derselbe Zielkonflikt: höhere Frequenz gleich schärferes Bild gleich weniger Reichweite.

Konkret bei Lowrance Active Imaging HD: Bei 455 kHz reicht der SideScan bis 91 m, bei 1.075 kHz nur noch bis 46 m. Bei Garmins Ultra-HD-SideVü mit 1,2 MHz sind es 38 m pro Seite, also 76 m Gesamtbreite.

Für deutsche Binnengewässer ist die hohe Frequenz meist die richtige Wahl – die Reichweite reicht ohnehin, und die Detailschärfe macht den Unterschied zwischen „da liegt was“ und „da liegt ein Baum mit Ästen“.

Häufige Fragen zu Side Imaging

Brauche ich für Side Imaging einen speziellen Geber?

Ja. Ein reiner 2D-Geber kann keinen Seitenscan. Du brauchst einen Imaging-fähigen Geber – und das Echolot muss die Funktion ebenfalls unterstützen.

Wie schnell darf ich beim Seitenscan fahren?

Langsam und gleichmäßig. Lowrance nennt für Active Imaging HD maximal 9 Knoten. In der Praxis bekommst du die besten Bilder deutlich darunter, bei Schrittgeschwindigkeit bis wenigen Knoten.

Warum ist der Bereich direkt unter dem Boot leer?

Dort liegt die Wassersäule, die der Seitenscan nicht abdeckt. Diesen Bereich übernimmt Down Imaging oder das klassische 2D-Sonar.

Kann ich Fische im Side Imaging erkennen?

Ja, meist als helle Punkte mit dunklem Schatten dahinter. Größe und Höhe über Grund liest du besser aus dem Schatten als aus dem Punkt selbst.

Funktioniert Side Imaging im Salzwasser?

Ja, allerdings mit geringerer Reichweite als im Süßwasser, weil Salzwasser die Schallwellen stärker dämpft.

Verwandte Begriffe

In der Praxis: Wie du Side-Imaging-Bilder tatsächlich liest – Wassersäule, Schatten, Bodenstrukturen – zeigen wir Schritt für Schritt im Magazin: Side Imaging Bilder lesen und interpretieren.

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