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Li Lu

Luftblasen

Luftblasen im Wasser sind die häufigste Ursache dafür, dass ein Echolot plötzlich kein brauchbares Bild mehr liefert – bis hin zum kompletten Verlust der Bodenlinie. Der Grund ist physikalisch: Die Oberfläche einer Luftblase reflektiert Schall fast vollständig oder dämpft ihn weg. In beiden Fällen erzeugt selbst eine winzige Blase ein starkes Signal, und dichte Blasenfelder blockieren den Sonarstrahl komplett.

Der Merksatz

Auch kleinste Luftblasen erzeugen ein starkes Signal. Sie müssen nicht sichtbar sein, um dein Echolotbild zu ruinieren. Wer das einmal verinnerlicht hat, findet die Ursache in den allermeisten Fällen selbst.

Die drei häufigsten Situationen

1. Ein Boot hat deinen Weg gekreuzt

Der Propeller eines Bootsmotors zieht eine Spur aus Verwirbelungen und Blasen hinter sich her. Kreuzt du diese Spur, zeigt dein Echolot eine Wolke, wo eben noch Wasser war. In der Side-Imaging-Ansicht ist die Blasenfahne oft besonders gut als Streifen zu erkennen.

Das löst sich von selbst – nach einigen Sekunden bis Minuten sind die Blasen aufgestiegen.

2. Aufstoppen mit dem Außenborder

Der Klassiker: Du fährst über einen interessanten Platz hinaus, legst den Rückwärtsgang ein und gibst Gas. Sofort explodiert der Bildschirm. Die Schraube wirbelt beim Abbremsen Blasen direkt unter den Geber.

Auch das vergeht von allein, sobald das Wasser zur Ruhe kommt. Wer es vermeiden will, stoppt sanfter ab oder nutzt den Elektro-Bugmotor zum Positionieren.

3. Turbulentes Wasser

Unterhalb von Wehren stehen häufig viele Raubfische – verletzte Kleinfische aus Turbinen und freiem Fall locken sie an. Ausgerechnet dort kannst du das Echolot aber meist ausgeschaltet lassen: Die Strömung reichert das Wasser so stark mit Luft an, dass kein verwertbares Bild zustande kommt.

Wenn es dauerhaft auftritt: die Geberposition

Die drei Fälle oben sind vorübergehend. Tritt das Problem dagegen jedes Mal in Fahrt auf, liegt es fast immer an der Montage.

Ein Heckspiegelgeber sitzt im turbulentesten Bereich des ganzen Bootes. Steht er hinter einer Rumpfkante, einer Sicke, einer Schweißnaht, einer Nietenreihe oder zu dicht am Propellerstrahl, läuft er in Fahrt durch eine permanente Blasenfahne.

Dagegen hilft kein besserer Geber und keine Einstellung – nur eine andere Position. Genau deshalb gilt bei Heckspiegelgebern: Die Position ist wichtiger als das Modell.

Abgrenzung zur Oberflächenstörung

Feine Luftbläschen dicht unter der Oberfläche sind auch die Hauptursache der Oberflächenstörung – jenes schmalen Streifens am oberen Bildrand, der immer da ist.

Der Unterschied liegt im Ausmaß: Ein schmaler Streifen ist normal. Ein zulaufender Bildschirm ohne Bodenlinie ist es nicht.

Häufige Fragen zu Luftblasen

Warum verliere ich in Fahrt die Bodenlinie?

Fast immer wegen einer Blasenfahne unter dem Geber. Prüf die Montageposition: Vor dem Geber darf keine Rumpfkante, Naht oder Nietenreihe liegen, und er gehört nicht direkt in den Propellerstrahl.

Kann ich das per Einstellung beheben?

Nein. Wo Luft ist, kommt kein Schall durch. Filter und Empfindlichkeit ändern daran nichts – nur eine andere Geberposition hilft.

Warum spinnt das Echolot beim Rückwärtsfahren?

Die Schraube wirbelt beim Abbremsen Blasen unter den Geber. Das legt sich nach kurzer Zeit von selbst.

Sehe ich Luftblasen auch im Side Imaging?

Ja, oft sogar besser. Die Blasenspur eines gekreuzten Bootes zeichnet sich dort als deutlicher Streifen ab.

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