Inneneinbaugeber
Ein Inneneinbaugeber (auch Innenklebegeber, englisch in-hull) wird innen gegen den Bootsrumpf gesetzt und sendet durch das Rumpfmaterial hindurch. Es entsteht kein Loch, der Geber ragt nicht ins Wasser und erzeugt damit auch keinen Widerstand. Der Preis: Ein Teil der Signalstärke geht durch den Rumpf verloren, und Temperatur- oder Geschwindigkeitsmessung entfällt. Geeignet ist die Bauart für massive Glasfaserrümpfe und dünne Aluminiumrümpfe.
Wie das funktioniert
Schall geht durch feste Materialien – aber nicht durch Luft. Deshalb darf zwischen Geber und Rumpf keine Luftschicht liegen. Beim Airmar P79 wird das so gelöst: Ein Grundflansch wird auf den Rumpf geklebt, der Winkel eingestellt, der Flansch mit nicht-toxischem Frostschutzmittel gefüllt, und der Geber dann per Drehung darin verschlossen. Die Flüssigkeit stellt die Schallkopplung her.
Der einstellbare Winkel ist dabei der Clou: Auch wenn der Rumpf an der Einbaustelle schräg verläuft, strahlt der Geber senkrecht nach unten. Beim P79 ist das von 2° bis 22° Rumpfquerschnittswinkel möglich.
Wofür es geht – und wofür nicht
Geeignet: massive Glasfaserrümpfe, dünne Aluminiumrümpfe. Airmar empfiehlt den P79 ausdrücklich für Trailerboote, Segelboote, Gleitboote und RIBs.
Nicht geeignet: Rümpfe mit Sandwich- oder Schaumkern. Die eingeschlossene Luft im Kern blockiert den Schall vollständig. Ebenso problematisch sind Holzrümpfe und dickwandige Metallrümpfe.
Wenn du unsicher bist, wie dein Rumpf aufgebaut ist: Das steht meist in den Bootsunterlagen oder lässt sich beim Hersteller erfragen. Ein Inneneinbaugeber, der auf einem Sandwichrumpf landet, funktioniert schlicht nicht – das ist keine Frage der Einstellung.
Was du an Leistung verlierst
Beim Airmar P79 nennt Airmar 235 bis 353 m bei 50 kHz und 118 bis 206 m bei 200 kHz, bei 600 W Leistung. Zum Vergleich erreicht der Durchbruchgeber B258 mit 1.000 W bei 50 kHz bis zu 647 m.
Für deutsche Binnengewässer spielt das keine Rolle – dort reicht die Leistung eines Inneneinbaugebers mit großem Abstand. Relevant wird der Unterschied erst beim Tiefseeangeln.
Der zweite Verlust betrifft die Zusatzwerte: Weil der Geber keinen Wasserkontakt hat, kann er weder Wassertemperatur noch Geschwindigkeit durchs Wasser messen. Wer diese Werte braucht, benötigt einen zusätzlichen Sensor.
Anschluss
Denselben Geber gibt es je nach Zielgerät mit unterschiedlichem Stecker. Beim P79 sind das der 9-polige xSonic-Anschluss für Lowrance, Simrad und B&G sowie eine 8-polige Ausführung für Garmin. Auch die Kabellängen unterscheiden sich: 10 m bei Lowrance und Simrad, 7,6 m bei Garmin.
Häufige Fragen zum Inneneinbaugeber
Funktioniert ein Inneneinbaugeber in jedem Rumpf?
Nein. Sandwich- und Schaumkernrümpfe scheiden aus, weil die eingeschlossene Luft den Schall blockiert. Geeignet sind massive Glasfaserrümpfe und dünne Aluminiumrümpfe.
Misst er Wassertemperatur?
Nein. Ohne Wasserkontakt gibt es weder Temperatur noch Geschwindigkeit durchs Wasser. Dafür braucht es einen separaten Sensor.
Verliere ich viel Reichweite?
Etwas, ja – das Signal muss durch den Rumpf. Für Binnengewässer ist die verbleibende Leistung aber mehr als ausreichend.
Warum Frostschutzmittel im Flansch?
Die Flüssigkeit stellt die Schallkopplung zwischen Geber und Rumpf her und verhindert Luft dazwischen. Frostschutz deshalb, weil eingefrorenes Wasser den Flansch sprengen würde.
Verwandte Begriffe
- Geber – der Oberbegriff mit allen Montagearten
- Durchbruchgeber
- Heckspiegelgeber
- xSonic – Steckerstandard
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