A B C D F G H I K L M O P R S T W X

Oberflächenstörung

Oberflächenstörung (englisch Surface Clutter) ist der Störstreifen am oberen Rand des Echolotbildes, direkt unter der Wasseroberfläche. Er entsteht durch Echos winziger Objekte – Algen, Zooplankton und vor allem Luftbläschen – die so dicht beieinanderliegen, dass sie nicht als einzelne Punkte, sondern als durchgehende Linie dargestellt werden. Im Salzwasser ist der Streifen meist deutlich breiter als im Süßwasser.

Woher der Streifen kommt

In den obersten Zentimetern bis Metern der Wassersäule ist immer etwas los. Algen und Zooplankton schweben dort, und bei Wind und Wellen kommen unzählige feine Luftbläschen dazu. Jedes dieser Objekte wirft ein Echo zurück.

Luftbläschen sind dabei mit Abstand der stärkste Faktor: Ihre Oberfläche reflektiert den Schall fast vollständig. Deshalb wächst die Oberflächenstörung mit dem Wellengang.

Beim Angeln auf dem Meer – etwa in Norwegen – ist der Streifen in der Regel deutlich ausgeprägter als im Binnengewässer. Wind, Wellen und Strömung halten das Wasser dort dauerhaft in Bewegung.

Der falsche Weg: Empfindlichkeit runterdrehen

Jedes Echolot hat eine simple Möglichkeit, den Streifen loszuwerden: die Empfindlichkeit reduzieren. Das ist allerdings meist genau die falsche Lösung.

Mit der Empfindlichkeit sinkt nämlich nicht nur das Störsignal, sondern auch alles andere. Fischsicheln verschwinden, Details zur Bodenbeschaffenheit gehen verloren – und damit genau das, wofür du das Echolot überhaupt nutzt.

Die besseren Wege

Anzeigebereich begrenzen

Viele Geräte ab dem mittleren Preissegment lassen dich einstellen, ab welcher Tiefe das Sonarbild überhaupt dargestellt wird. Reicht die Störung bis 2 m, lässt du dir einfach alles ab 2,5 m anzeigen. Du schneidest den Störstreifen aus der Darstellung heraus.

Der Nachteil liegt auf der Hand: Über den ausgeblendeten Bereich hast du dann gar keine Information mehr. Für die meisten Angelsituationen ist das verschmerzbar – beim Angeln auf Oberflächenfisch nicht.

Herstellerfunktionen nutzen

Alle guten Echolote haben Filter, die genau dafür gedacht sind. Lowrance vermarktet das als Surface Clarity, Humminbird führt es schlicht als Surface Clutter im Menü. Das Prinzip ist bei beiden dasselbe: Die Störung wird gezielt herausgerechnet, ohne die Gesamtempfindlichkeit anzutasten.

Darstellungsmodus wechseln

Bei Humminbird hilft zusätzlich der Clear Modus von Switchfire. Er reduziert schwache Signale insgesamt und räumt damit auch die oberen Meter auf.

Wann der Streifen normal ist

Ein schmaler Störstreifen ist kein Defekt und kein Zeichen für einen schlecht montierten Geber. Er gehört dazu.

Auffällig wird es erst, wenn der Streifen plötzlich sehr breit wird oder der ganze Bildschirm zuläuft. Dann steckt meist etwas anderes dahinter – siehe Luftblasen und die Geberposition am Heckspiegel.

Häufige Fragen zur Oberflächenstörung

Ist Oberflächenstörung ein Defekt?

Nein. Ein Streifen am oberen Bildrand ist völlig normal und tritt bei jedem Echolot auf. Er schwankt nur in der Breite.

Warum ist die Störung im Meer stärker?

Wind, Wellen und Strömung halten das Wasser dauerhaft in Bewegung und erzeugen dadurch deutlich mehr feine Luftbläschen in der obersten Wasserschicht.

Soll ich die Empfindlichkeit reduzieren?

Besser nicht. Damit verlierst du auch Fischsicheln und Bodendetails. Nutze stattdessen die Tiefenbegrenzung der Anzeige oder die Störungsfilter deines Geräts.

Was ist der Unterschied zwischen Surface Clarity und Surface Clutter?

Nur der Name. Lowrance nennt seine Funktion Surface Clarity, Humminbird Surface Clutter. Beide rechnen die Störung der obersten Wasserschicht heraus.

Verwandte Begriffe

Passende Produkte im myBait Shop: Echolote & Kartenplotter · Echolotgeber