Heckspiegelgeber
Ein Heckspiegelgeber (auch Heckgeber, englisch transom mount) wird außen am Heckspiegel des Bootes montiert und taucht dort ins Wasser. Er ist die mit Abstand häufigste Montageart, weil kein Loch in den Rumpf muss und die Nachrüstung an nahezu jedem Boot funktioniert. Typische Vertreter arbeiten mit 50/200 kHz oder mit Imaging-Frequenzen bis 1,2 MHz. Die meisten Modelle liefern neben der Tiefe auch Wassertemperatur.
Stärken und Grenzen
Dafür spricht: Montage in ein bis zwei Stunden, kein Eingriff in den Rumpf, jederzeit demontierbar. Für Trailerboote, Schlauchboote und Kleinboote praktisch immer die richtige Wahl.
Dagegen spricht: Der Geber sitzt im turbulentesten Bereich des Bootes. Direkt vor ihm laufen Rumpfkanten, Nieten, Schweißnähte oder der Propellerstrahl – alles Quellen für Luftblasen. Und Luftblasen unter dem Geber bedeuten kein Bild. Deshalb ist bei Heckspiegelgebern die Position wichtiger als das Modell.
Montage – die Punkte, an denen es scheitert
- Nicht hinter dem Propeller. Der Geber gehört in einen störungsfreien Wasserstrom, bei Außenbordern also seitlich versetzt.
- Nicht hinter Rumpfstufen, Nieten oder Schweißnähten. Jede Kante erzeugt eine Blasenfahne.
- Eintauchtiefe prüfen. Die Unterkante des Gebers steht typischerweise wenige Millimeter unter der Rumpfunterkante. Zu tief bremst und erzeugt Spritzwasser, zu hoch läuft er in Fahrt trocken.
- Winkel beachten. Der Geber soll parallel zur Wasseroberfläche stehen. Die Halterungen sind dafür für einen bestimmten Heckspiegelwinkel ausgelegt – beim Airmar P66 etwa 2° bis 22°.
Eine sinnvolle Schutzfunktion haben viele Modelle: Bei Grundkontakt löst sich die Arretierung und der Geber schwingt nach oben weg, statt abzureißen. Danach lässt er sich wieder einrasten.
Beispiel Airmar P66
Ein typischer Vertreter der Klasse, hier mit konkreten Werten:
| Frequenzen und Kegelbreite | 50 kHz bei 45°, 200 kHz bei 12° |
| Leistung | 600 W |
| Max. Tiefe | 353 m bei 50 kHz, 206 m bei 200 kHz |
| Heckspiegelwinkel | 2° bis 22° |
| Messwerte | Tiefe, Geschwindigkeit, Temperatur |
| Anschluss / Kabel | 9-Pin xSonic, 6 m |
| Empfohlene Bootslänge | bis 8 m |
| Geschwindigkeit | bis 44 Knoten |
Die letzte Zeile ist der entscheidende Unterschied zu Imaging-Gebern: 2D-Sonar liefert auch in schneller Fahrt noch Werte. Side Imaging und Down Imaging steigen dagegen bei rund 9 Knoten aus.
Häufige Fragen zum Heckspiegelgeber
Wie tief muss der Geber eintauchen?
Die Unterkante steht typischerweise nur wenige Millimeter unter der Rumpfunterkante. Genauer sagt es die Montageanleitung des jeweiligen Gebers – die Angaben unterscheiden sich je nach Modell und Rumpfform.
Warum verliere ich in Fahrt das Bild?
Fast immer wegen Luftblasen. Der Geber sitzt dann hinter einer Kante, einer Naht oder zu dicht am Propellerstrahl. Position ändern hilft mehr als ein anderer Geber.
Kann ich einen Heckspiegelgeber an einem Aluboot montieren?
Ja. Wichtig ist nur, eine Stelle ohne Nieten, Schweißnähte oder Sicken davor zu finden.
Was passiert bei Grundkontakt?
Bei vielen Modellen löst sich die Halterung und der Geber klappt nach oben weg. Danach lässt er sich wieder einrasten. Das schützt Geber und Heckspiegel.
Verwandte Begriffe
- Geber – der Oberbegriff mit allen Montagearten
- Durchbruchgeber
- Inneneinbaugeber
- xSonic – Steckerstandard
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