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Kostenlose Tiefenkarten mit C-MAP Genesis & Social Map

Eigene Gewässerkarte aufnehmen, hochladen, kostenlos zurückbekommen.

Die meisten Seekarten enden dort, wo es für Angler interessant wird. Der Baggersee hinterm Ort, der Vereinsabschnitt am Fluss, die Bucht im Stausee – amtliche Tiefenangaben gibt es dafür selten, und wenn, dann grob.

C-MAP Genesis dreht das um: Dein Echolot zeichnet die Sonardaten auf, während du sowieso auf dem Wasser bist. Du lädst die Aufnahme hoch und bekommst eine Gewässerkarte mit Tiefenlinien im Abstand von einem Fuß – knapp 30 Zentimeter. Karten anderer Nutzer lädst du dir kostenlos dazu.

Dieser Ratgeber zeigt dir, was der Dienst kann, welche Geräte mitspielen, wie du sauber aufnimmst und wie die fertige Karte auf dein Echolot kommt. Stand: August 2026.

Was C-MAP Genesis ist und was es kostet

C-MAP Genesis ist ein Kartendienst des Herstellers C-MAP, der zur Navico Group gehört – und damit zur selben Familie wie Lowrance, Simrad und B&G. Das erklärt auch, warum ausgerechnet diese drei Marken unterstützt werden.

Das Prinzip ist simpel: Dein Echolot misst mit jedem Sendeimpuls die Wassertiefe. Wenn du die Aufzeichnung einschaltest, wandert diese Messung zusammen mit der GPS-Position in eine Logdatei. Aus vielen solcher Messpunkte rechnet der Dienst eine Gewässerkarte mit Tiefenlinien – feiner als jede Behördenkarte, weil du selbst bestimmst, wo du fährst.

Der Gratis-Teil ist der größere

Ein kostenloses Konto reicht für fast alles, was Angler brauchen:

  • Unbegrenzter Download von Karten aus der Social Map
  • Eigene aufgenommene Gebiete in die Social Map einbringen
  • Farbige Tiefenschattierung der heruntergeladenen Karten – auf bestimmten Geräten
  • Favoriten-Gewässer anlegen und über neue Karten informiert werden

Kostenpflichtig ist nur Genesis Edge für 99 US-Dollar im Jahr oder 24,99 US-Dollar im Monat. Dazu gehören die Bodenhärte-Darstellung, der Vegetations-Layer und die Möglichkeit, eigene Karten privat zu halten, statt sie mit der Community zu teilen.

Für den Einstieg brauchst du Edge nicht. Wer regelmäßig kartiert und die Unterwasserstruktur bis zur Bodenhärte lesen will, merkt den Unterschied allerdings deutlich.

C-MAP Genesis Social Map mit globaler Übersicht verfügbarer Tiefenkarten

Genesis, Social Map und Genesis Live – die drei Begriffe

Drei ähnlich klingende Namen sorgen regelmäßig für Verwirrung in den Angelforen. Der Unterschied ist aber klar:

  • C-MAP Genesis ist der Dienst als Ganzes – das Konto, der Upload, die Kartenerstellung in der Cloud.
  • Social Map ist die weltweite Sammlung, in die alle nicht als privat markierten Aufnahmen einfließen. Von dort lädst du fertige Gewässerkarten herunter, ohne selbst eine Bahn gefahren zu sein. Die Kartierung stammt von der Lowrance-, Simrad- und B&G-Gemeinde.
  • Genesis Live ist die Kartierung direkt auf dem Gerät. Das Echolot zeichnet die Tiefenlinien in Echtzeit auf dem Display, während du fährst – ohne Umweg über Upload und Download.

Genesis Live speichert in eine eigene Datei mit der Endung .GSD. Die ist deutlich kleiner als ein normales Sonarlog, enthält dafür aber nur Tiefe und GPS-Position – keine Angaben zu Bodenhärte oder Vegetation. Seit 2023 kannst du auch diese Dateien in dein Konto hochladen und in die Social Map einbringen.

Genesis Live findest du auf Hook Reveal, Elite Ti, Elite Ti2, Elite FS, HDS Gen3, HDS Carbon, HDS Live und HDS Pro.

Welche Echolote und Kartenplotter mitmachen

Genesis arbeitet ausschließlich mit Geräten der Navico-Marken. Ein Garmin- oder Humminbird-Echolot kann weder aufnehmen noch die fertige Karte anzeigen.

Marke Unterstützte Serien
Lowrance Eagle, Elite 4 / 5 / 7 / 9 CHIRP und HDI, Elite Ti, Elite Ti2, Elite FS, HDS Gen2, HDS Gen2 Touch, HDS Gen3, HDS Carbon, HDS Live, HDS Pro, Hook2, Hook Reveal, Mark 4 CHIRP und HDI
Simrad GO, NSE, NSS Sport, NSS evo2 / evo3 / evo3s, NSO evo2 / evo3 / evo3s
B&G Vulcan, Zeus Touch, Zeus 3S, Zeus2 Black Box, Zeus2 W

Ein Detail, das gern übersehen wird

Die farbige Tiefenschattierung funktioniert nicht auf allen Geräten. Ausgenommen sind Eagle, Hook, Hook Reveal, Elite HDI, Elite CHIRP und Elite DSI. Diese Modelle laden und zeigen die Karte, stellen die Tiefenbereiche aber nicht farblich abgestuft dar. Wer gezielt mit Farbschwellen arbeiten will, braucht mindestens ein HDS ab Gen 2, ein Elite Ti oder ein Elite FS.

Einen Überblick über die aktuellen Geräte findest du bei den Lowrance Echoloten. Passende Kartenmaterialien und Software haben wir unter Seekarten & Software zusammengestellt.

Was die Tiefenkarte beim Angeln bringt

Eine Tiefenkarte ist kein Selbstzweck. Ihr Wert liegt darin, dass sie die Stellen sichtbar macht, an denen Fische stehen – bevor du sie anfährst.

Kanten und Abbrüche. Wo die Tiefenlinien eng zusammenrücken, fällt der Grund steil ab. Solche Kanten sind Wanderwege für Raubfische und die wohl zuverlässigsten Stellen überhaupt. Auf einer Karte mit 30-Zentimeter-Auflösung siehst du sie, auf einer Behördenkarte mit Fünf-Meter-Linien nicht.

Berge, Löcher und Rinnen. Ein Unterwasserberg, der zwei Meter aus dem umgebenden Grund ragt, taucht in keiner amtlichen Karte auf. Genau dort sammeln sich aber Futterfische, und dahinter stehen die Großen.

Das alte Flussbett. In Stauseen und Talsperren verläuft unter der Oberfläche meist noch der ursprüngliche Fluss. Diese Rinne ist im Hochsommer und im Winter die Aufenthaltszone schlechthin.

Die Bodenhärte – mit Genesis Edge – legt farbig über die Tiefenlinien, wo der Grund hart und wo er weich ist. Hartgrund an einer Kante ist eine andere Ansage als Schlamm an derselben Kante. Die Darstellung reicht von dunklem Orange für den härtesten Grund bis Blassgelb für den weichsten.

Der eigentliche Gewinn kommt aber über die Zeit. Wer eine Saison lang bei jedem Angeltag mitschreibt, hat am Ende eine Gewässerkarte, die kein anderer am See besitzt – und weiß nach dem dritten Fang an derselben Kante, dass es kein Zufall war.

Gewässerkarte mit farbiger Tiefenschattierung und Tiefenlinien

C-MAP Genesis, Navionics oder Garmin Quickdraw?

Die Frage stellt sich in der Praxis seltener, als man denkt – denn sie ist meistens schon durch dein Echolot entschieden.

  • C-MAP Genesis arbeitet mit Lowrance, Simrad und B&G. Die Social Map ist das Argument: kostenlose Gewässerkarten, die andere aufgenommen haben.
  • Garmin Quickdraw Contours ist das Gegenstück bei Garmin. Es kartiert direkt auf dem Gerät, vergleichbar mit Genesis Live, und teilt über die Quickdraw Community.
  • Navionics SonarChart Live läuft geräteübergreifend und erzeugt die Tiefenlinien ebenfalls in Echtzeit. Der Datenbestand ist groß, weil er von Seekarten getragen wird.

Wer sein Gerät schon hat, nimmt den Dienst des Herstellers – ein Wechsel nur wegen der Kartierung lohnt nicht. Interessant wird die Frage beim Neukauf: Angelst du überwiegend an Gewässern, für die es keine Karten gibt, ist die Social Map ein starkes Argument für Lowrance oder Simrad.

Eine Einschränkung für Nordsee- und Ostseeangler: In den Küstengewässern rund um Finnland, Norwegen und Schweden ist Genesis nicht verfügbar. Deutsche Gewässer sind davon nicht betroffen.

Was aus Insight Genesis geworden ist

Wer schon länger dabei ist, kennt den Dienst unter dem Namen Insight Genesis. Er lief ursprünglich unter der Marke GoFree und wurde später in C-MAP Genesis umbenannt – dieselbe Sache, neuer Name.

Bestehende Konten und hochgeladene Aufnahmen sind dabei erhalten geblieben. Wenn du dich also vor Jahren einmal registriert hast, liegen deine alten Sonarlogs mit hoher Wahrscheinlichkeit noch im Konto. Anmelden lohnt sich, bevor du bei null anfängst.

Häufige Fragen zu C-MAP Genesis

Ja, in weiten Teilen. Mit einem kostenlosen Konto kannst du unbegrenzt Karten aus der Social Map herunterladen, eigene aufgenommene Gebiete beisteuern und auf bestimmten Geräten die farbige Tiefenschattierung nutzen. Kostenpflichtig ist nur das Abo Genesis Edge für 99 US-Dollar im Jahr oder 24,99 US-Dollar im Monat – es bringt die Bodenhärte-Darstellung, den Vegetations-Layer und die Option, eigene Karten privat zu halten.

Geräte der Navico-Marken: von Lowrance unter anderem Eagle, Elite CHIRP und HDI, Elite Ti, Elite Ti2, Elite FS, HDS Gen2 bis HDS Pro, Hook2 und Hook Reveal; von Simrad GO, NSS und NSO in den evo-Generationen; von B&G Vulcan und die Zeus-Reihe. Garmin- und Humminbird-Echolote werden nicht unterstützt. Die farbige Tiefenschattierung fehlt zudem bei Eagle, Hook, Hook Reveal, Elite HDI, Elite CHIRP und Elite DSI.

Micro-SD-Karte einlegen, am Echolot „Sonar“ → „Erweitert“ → „Sonar aufzeichnen“ wählen und mit 200 kHz oder High CHIRP aufzeichnen. Fahre knapp unter 16 km/h in engen Bahnen von Ufer zu Ufer und starte etwa jede Stunde ein neues Log. Anschließend lädst du die Dateien über WLAN oder per SD-Karte am Rechner in dein Genesis-Konto hoch. Die Karte entsteht automatisch.

Die Web-Ansicht der Social Map wird täglich aktualisiert. Neue öffentliche Sonarlogs durchlaufen aber zuerst eine Qualitätskontrolle, die im Schnitt eine Woche dauert – erst danach fließen sie in die Karte des jeweiligen Gewässers ein. Wer nicht warten will, bekommt mit einem Genesis-Edge-Abo eine eigene Karte in der Regel schon rund 20 Minuten nach dem Upload.

Registriere zuerst deinen Plotter im Dashboard unter „Plotters“ → „Add Device“ mit Seriennummer und Content-ID. Beide Nummern stehen am Gerät unter „Pages“ → „Einstellungen“ → „Über“. Danach in der Social Map auf den Wassertropfen klicken, „Download Map“ wählen, den Plotter auswählen und die ZIP-Datei am Rechner auf die SD-Karte entpacken. Beim Einstecken fragt das Gerät, ob es die Karte laden soll.

In den allermeisten Fällen an falsch eingetragener Seriennummer oder Content-ID. Groß- und Kleinschreibung wird unterschieden, und was aussieht wie ein großes O, ist meist eine Null. Vergleiche die Angaben auf der „Über“-Seite deines Geräts mit denen im Konto, korrigiere sie und erzeuge die Karte danach neu.

Ja. Lade jede Kachel einzeln herunter, entpacke sie am Rechner und benenne die Dateien eindeutig, etwa „Gewaesser1“ und „Gewaesser2“. Beim Einstecken in den eingeschalteten Plotter fragt dieser, welche Social Map er von der SD-Karte laden soll.

C-MAP Genesis ist der Dienst insgesamt – du zeichnest auf, lädst hoch und bekommst eine fertige Karte zurück. Genesis Live kartiert direkt auf dem Display, während du fährst, und speichert in eine kleinere Datei mit der Endung .GSD. Diese enthält nur Tiefe und GPS-Position, keine Angaben zu Bodenhärte oder Vegetation, lässt sich seit 2023 aber ebenfalls hochladen.

Nein. C-MAP Genesis liefert deutlich mehr Detail zum Gewässergrund als jede Standardkarte, ist aber ausdrücklich nicht für die Navigation vorgesehen. Für die Revierfahrt bleibt die amtliche Seekarte maßgeblich.

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