A B C D F G H I K L M O P R S T W X
Ch Cl

CHIRP

CHIRP steht für Compressed High Intensity Radiated Pulse und bezeichnet ein Sendeverfahren beim Echolot. Statt auf einer festen Frequenz zu pingen, durchfährt der Geber bei jedem Sendeimpuls ein ganzes Frequenzband – zum Beispiel von 83 bis 200 kHz. Das Echolot rechnet das empfangene Echo anschließend zusammen. Ergebnis: deutlich mehr Signalenergie im Wasser, sauberere Bilder und eine bessere Trennung dicht beieinander liegender Ziele. CHIRP ist heute bei Lowrance, Garmin, Humminbird, Simrad und Raymarine Standard.

So funktioniert CHIRP

Ein herkömmlicher Geber arbeitet wie eine Stimmgabel: Er schlägt kurz auf einer Frequenz an, zum Beispiel 200 kHz, und wartet auf das Echo. Kurzer Ton, wenig Energie, wenig Information.

CHIRP macht daraus ein Glissando. Der Geber startet unten im Band und wandert während des Sendeimpulses nach oben durch. Der Impuls darf dadurch deutlich länger sein, ohne dass die Auflösung leidet – denn jede Rückmeldung trägt eine erkennbare Frequenz-Signatur. Das Echolot weiß also, welcher Teil des Echos zu welchem Moment des Sendeimpulses gehört, und komprimiert das Ganze beim Empfang wieder zu einem scharfen Signal. Genau das steckt im “Compressed” im Namen.

Vergleich der Gebersignale von CHIRP und herkömmlichem Ping beim Echolot

Herkömmlicher Ping gegen CHIRP: ein längerer Impuls über ein ganzes Frequenzband bringt mehr Information zurück.

Der praktische Gewinn liegt in zwei Punkten:

  • Mehr Energie im Wasser: Ein längerer Impuls transportiert mehr Sendeleistung. Das verbessert das Signal-Rausch-Verhältnis und bringt dir in tiefem Wasser oder bei Strömung noch ein verwertbares Bild.
  • Bessere Zielseparierung: Zwei Fische 20 cm übereinander erscheinen als zwei Sicheln statt als ein Klumpen. Grundnahe Fische lösen sich von der Bodenlinie ab, ein Schwarm Kleinfisch wird zur Ansammlung einzelner Punkte statt zur diffusen Wolke.

Die drei CHIRP-Bänder

CHIRP ist nicht gleich CHIRP. Welches Band dein Geber durchfährt, entscheidet darüber, wofür er taugt. Die genauen Grenzen unterscheiden sich je nach Hersteller und Gebermodell, die Einteilung sieht aber überall ähnlich aus:

Band Typischer Bereich Reichweite Einsatz
Low CHIRP ca. 28–75 kHz sehr groß Tiefes Wasser, Salzwasser, Offshore
Medium CHIRP ca. 80–160 kHz groß Allrounder, größere Seen, Suchmodus
High CHIRP ca. 130–250 kHz begrenzt Flachwasser, Binnengewässer, feinste Details

Für die allermeisten deutschen Angelgewässer ist High CHIRP die richtige Wahl. Erst wenn du regelmäßig jenseits der 100 m unterwegs bist – Bodensee, norwegische Fjorde, Hochseeangeln – wird Medium oder Low interessant. Viele Geber decken auch mehrere Bänder ab und lassen dich am Gerät umschalten.

Was du dafür brauchst

CHIRP funktioniert nur, wenn Echolot und Geber es beide beherrschen. Das ist der Punkt, an dem in der Praxis die meisten Missverständnisse entstehen.

Ein CHIRP-fähiges Echolot mit einem alten Ein-Frequenz-Geber pingt weiterhin klassisch – du siehst kein bisschen mehr. Umgekehrt kann ein hochwertiger CHIRP-Geber an einem Gerät ohne CHIRP-Unterstützung seine Stärke nicht ausspielen. Wenn du also nachrüsten willst, prüf immer beides.

Die Herstellerbezeichnungen unterscheiden sich, gemeint ist im Kern dasselbe Verfahren: Lowrance und Simrad sprechen schlicht von CHIRP, Humminbird nennt sein 2D-CHIRP Dual Spectrum CHIRP, und bei Garmin steckt CHIRP nicht nur im klassischen 2D-Sonar, sondern auch in den Scanning-Technologien ClearVü und SideVü.

Häufige Fragen zu CHIRP

Brauche ich CHIRP wirklich?

Wenn du neu kaufst: Die Frage stellt sich kaum noch, weil praktisch alle aktuellen Geräte CHIRP mitbringen. Beim Nachrüsten eines älteren Echolots lohnt es sich vor allem dann, wenn du gezielt Fisch am Grund oder in Strukturen suchst.

Macht CHIRP das Echolot tiefer messend?

Indirekt ja. Durch die höhere Signalenergie kommt bei gleicher Frequenz ein verwertbares Echo aus größerer Tiefe zurück. Den größten Sprung bringt aber die Wahl eines niedrigeren Frequenzbandes, nicht CHIRP allein.

Was ist der Unterschied zwischen CHIRP und Side Imaging?

CHIRP ist ein Sendeverfahren, Side Imaging eine Blickrichtung. Beide schließen sich nicht aus – moderne Geber nutzen CHIRP auch für den Seitenscan.

Kann ich CHIRP am Gerät abschalten?

Bei den meisten Modellen ja. Manche Angler schalten in sehr flachem Wasser auf feste Frequenz zurück, weil der längere CHIRP-Impuls dort einen etwas größeren Totbereich direkt unter dem Geber erzeugen kann.

Verwandte Begriffe

  • ClearVü – Garmins Hochfrequenz-Abwärtsscan, arbeitet ebenfalls mit CHIRP
  • SideVü – Garmins Seitenscan
  • FishReveal – Lowrance-Overlay aus 2D- und DownScan-Bild
  • xSonic – Navico-Steckerstandard für Echolotgeber

Passende Produkte im myBait Shop: 2D-Sonargeber · Echolote & Kartenplotter ➜ Wenn du unsicher bist, ob dein Geber zu deinem Gerät passt: frag uns einfach.