Garmin STRIKER und STRIKER Plus – Archiv, Handbuch und Nachfolger

Alle technischen Daten, die Serien-Chronik und der passende Nachfolger zu jedem Modell

Die Garmin STRIKER-Reihe hat vielen Anglern den Einstieg in die Echolot-Technik geöffnet: ein Fischfinder mit CHIRP-Sonar und GPS, ohne den Preis eines vollwertigen Kartenplotters. Beide Serien – STRIKER und STRIKER Plus – sind inzwischen ausgelaufen und werden nicht mehr produziert.

Die Geräte sind damit nicht wertlos. Wer eines im Boot hat, braucht weiterhin technische Daten, die richtige Geber-Zuordnung und die Bedienungsanleitung. Genau dafür ist diese Seite da. Und wer ersetzen möchte, findet unten zu jedem Modell den passenden aktuellen Nachfolger.

Die Serien-Chronik

Zeitpunkt Serie Was neu war
Saison 2016 STRIKER (4, 7cv) CHIRP-Sonar im Einstiegssegment, integriertes GPS für Wegpunkte, ab dem 7cv zusätzlich ClearVü
31. Oktober 2017 STRIKER Plus (4, 4cv, 5cv, 7cv, 7sv, 9sv) Quickdraw Contours zur Erstellung eigener Tiefenkarten in Echtzeit, hellere Displays, ab 7cv WLAN mit ActiveCaptain
2020 STRIKER Vivid Sieben wählbare Farbpaletten für die Sonardarstellung – die aktuelle Serie und der Nachfolger beider Vorgänger

Der Unterschied zwischen den beiden Archiv-Serien lässt sich in einem Satz sagen: Das STRIKER zeigt dir, was unter dem Boot ist. Das STRIKER Plus zeichnet dabei deine eigene Tiefenkarte. Quickdraw Contours war 2017 das eigentliche Argument für den Umstieg.

Garmin STRIKER – die erste Generation

Die erste STRIKER-Generation kam zu Beginn der Saison 2016 auf den deutschen Markt. Sie war bewusst schlank gehalten: kein Kartenslot, keine Seekarten – dafür CHIRP-Sonar und ein GPS-Empfänger, mit dem sich Stellen als Wegpunkt markieren und wiederfinden lassen.

STRIKER 4

Das kleinste Modell mit 8,7 cm (3,5 Zoll) HVGA-Farbdisplay und 480 × 320 Pixeln, 230 g leicht, IPX7. Der mitgelieferte Dual-Beam-Geber (010-10249-20, 4-Pin) arbeitet mit 15 Grad bei 200 kHz und 45 Grad bei 77 kHz.

Ein Detail, das oft für Verwirrung sorgt: Das Gerät unterstützt 50/77/200 kHz, ist aber nur bei der mittleren und hohen Frequenz CHIRP-fähig. Bei 50 kHz arbeitet es ohne CHIRP. Die von Garmin genannten 488 m Süßwassertiefe sind ausschließlich mit 50 kHz erreichbar – der beiliegende Geber schafft rund 244 m.

STRIKER 7cv

Das große Modell mit 12,7 cm (7 Zoll) WVGA-Display bei 800 × 480 Pixeln und 680 g. Es kommt mit dem GT20-TM-Geber und beherrscht zusätzlich ClearVü mit 260/455/800 kHz. Die Sendeleistung liegt bei 500 W effektiv (4.000 W Spitze), die maximale Tiefe bei 701 m im Süß- und 335 m im Salzwasser.

Garmin STRIKER 4 Echolot mit 3,5-Zoll-Display
Garmin STRIKER 7cv Echolot mit 7-Zoll-Display und ClearVü

Garmin STRIKER Plus – mit Quickdraw Contours

Garmin STRIKER Plus 7sv Echolot mit ClearVü und SideVü
Garmin STRIKER Plus 9sv Echolot mit 9-Zoll-Display

Garmin stellte die STRIKER-Plus-Serie am 31. Oktober 2017 vor. Der wichtigste Zugewinn gegenüber der ersten Generation war Quickdraw Contours: Das Gerät zeichnet während der Fahrt auf und erzeugt in Echtzeit eine eigene Angelkarte mit Tiefenlinien – bis zu 8.000 Quadratkilometer. Die Karten bleiben dabei auf dem Gerät und gehören dem Nutzer.

Dazu kamen hellere Displays mit deutlich besserer Lesbarkeit bei direkter Sonneneinstrahlung, und ab dem 7cv integriertes WLAN für die Verbindung mit der ActiveCaptain-App: Software-Updates, Kartenverwaltung und Benachrichtigungen laufen darüber.

Die sechs Modelle

  • STRIKER Plus 4: 4,3 Zoll, Dual-Beam-Geber, traditionelles Sonar ohne ClearVü. Der direkte Nachfolger des STRIKER 4.
  • STRIKER Plus 4cv: 4,3 Zoll mit GT20-TM-Geber, CHIRP und ClearVü.
  • STRIKER Plus 5cv: 5 Zoll bei 800 × 480 Pixeln – mit 186,6 PPI die höchste Pixeldichte der ganzen Serie.
  • STRIKER Plus 7cv: 7 Zoll, erstes Modell mit WLAN und ActiveCaptain.
  • STRIKER Plus 7sv: 7 Zoll mit GT52HW-TM-Geber (12-Pin) – zusätzlich SideVü.
  • STRIKER Plus 9sv: 9 Zoll, das größte Gerät der Serie, 1,1 kg.

Der STRIKER Plus 4 ist als einziges Modell der Serie weiterhin bei uns erhältlich – alle anderen findest du unter Nachfolger.

Modellvergleich: alle sieben Geräte

Modell Display Auflösung PPI Sonar Leistung Geber WLAN Gewicht
STRIKER 4 3,5" 480 × 320 CHIRP (77/200 kHz) 200 W eff. Dual-Beam 4-Pin nein 230 g
STRIKER 7cv 7" 800 × 480 CHIRP + ClearVü 500 W eff. GT20-TM nein 680 g
STRIKER Plus 4 4,3" 272 × 480 128,3 traditionell (50/77/200 kHz) 200 W RMS Dual-Beam 4-Pin nein 300 g
STRIKER Plus 4cv 4,3" 272 × 480 128,3 CHIRP + ClearVü 300 W RMS GT20-TM nein 300 g
STRIKER Plus 5cv 5" 800 × 480 186,6 CHIRP + ClearVü 500 W RMS GT20-TM nein 500 g
STRIKER Plus 7cv 7" 800 × 480 133,3 CHIRP + ClearVü 500 W RMS GT20-TM ja 800 g
STRIKER Plus 7sv 7" 800 × 480 133,3 CHIRP + ClearVü + SideVü 500 W RMS GT52HW-TM 12-Pin ja 800 g
STRIKER Plus 9sv 9" 800 × 480 103,7 CHIRP + ClearVü + SideVü 500 W RMS GT52HW-TM 12-Pin ja 1,1 kg

Zur Einordnung der Pixeldichte: Sie sagt mehr über die Bildschärfe aus als die Zolldiagonale allein. Das 5cv liegt mit 186,6 PPI deutlich vor dem 9sv mit 103,7 PPI – der große Bildschirm verteilt dieselbe Pixelzahl auf mehr Fläche. Wer feine Sonarstrukturen lesen will, ist mit dem kleineren Gerät nicht zwangsläufig schlechter bedient.

Warum aus DownVü plötzlich ClearVü wurde

Wer ältere Anleitungen oder Anzeigen liest, stolpert über zwei Namen für dieselbe Technik: DownVü und ClearVü. Der Grund ist kein Marketing, sondern ein Patentstreit.

Im August 2016 erließ die US-Handelskommission ITC mit Sitz in Washington einen Einfuhrstopp in die Vereinigten Staaten für sämtliche Garmin-Produkte mit DownVü – begründet mit einer Verletzung von Patentrechten an der DownScan-Imaging-Technologie von Lowrance. Garmin musste die Technik überarbeiten und benannte sie anschließend in ClearVü um, und zwar weltweit, nicht nur in den USA.

Deshalb heißt das Gerät heute STRIKER 7cv und nicht mehr 7dv. Wenn du also ein Handbuch mit der Bezeichnung „7dv“ findest, ist das dasselbe Gerät.

Der passende Nachfolger zu deinem Modell

Beide Archiv-Serien wurden 2020 von der STRIKER Vivid abgelöst. Deren Neuerung sind sieben wählbare Farbpaletten für die Sonardarstellung – je nach Gewässer und Lichtverhältnissen lässt sich der Kontrast so deutlich verbessern. Quickdraw Contours, GPS und die Geber-Technik bleiben erhalten.

Dein Gerät Aktueller Nachfolger
STRIKER 4 STRIKER Vivid 4cv
STRIKER 7cv STRIKER Vivid 7cv
STRIKER Plus 4 weiterhin erhältlich
STRIKER Plus 4cv STRIKER Vivid 4cv
STRIKER Plus 5cv STRIKER Vivid 5cv
STRIKER Plus 7cv STRIKER Vivid 7cv
STRIKER Plus 7sv STRIKER Vivid 7sv
STRIKER Plus 9sv STRIKER Vivid 9sv

➜ Alle aktuellen Modelle im Überblick: Garmin STRIKER Vivid · die gesamte Marke findest du unter Garmin Echolote.

Garmin STRIKER Plus 4 Echolot mit Dual-Beam-Geber
Garmin STRIKER Plus 5cv Echolot mit 5-Zoll-Display

Häufige Fragen

Der entscheidende Unterschied ist Quickdraw Contours. Die STRIKER-Plus-Serie zeichnet während der Fahrt eigene Tiefenkarten in Echtzeit auf, bis zu 8.000 Quadratkilometer. Die erste STRIKER-Generation kann das nicht. Dazu haben die Plus-Modelle hellere Displays, und ab dem 7cv gibt es WLAN für die ActiveCaptain-App.

cv steht für ClearVü, die nach unten gerichtete Sonaransicht mit fast fotorealistischer Darstellung des Grunds. sv steht für SideVü, die zusätzliche seitliche Abtastung. Ein Modell mit sv beherrscht beides. Modelle ohne Kürzel arbeiten mit traditionellem Sonar und CHIRP.

STRIKER 4 und STRIKER Plus 4 werden mit dem Dual-Beam-Geber (4-Pin) ausgeliefert. Die cv-Modelle STRIKER 7cv, Plus 4cv, Plus 5cv und Plus 7cv nutzen den GT20-TM (ebenfalls 4-Pin). Die sv-Modelle Plus 7sv und Plus 9sv verwenden den GT52HW-TM mit 12-Pin-Stecker und benötigen zusätzlich ein Y-Adapterkabel von 12-Pin auf 4-Pin.

Die Maximaltiefe von 488 Metern im Süßwasser gilt ausschließlich für den Betrieb mit 50 kHz. Der im Lieferumfang enthaltene Dual-Beam-Geber arbeitet mit 77 und 200 kHz und erreicht damit rund 244 Meter. Für größere Tiefen wäre ein 50/200-kHz-Geber nötig. Zu beachten: Bei 50 kHz arbeitet das Gerät ohne CHIRP.

Ja. Garmin musste die Technik nach einem Einfuhrstopp der US-Handelskommission im August 2016 überarbeiten und weltweit von DownVü in ClearVü umbenennen. Aus dem STRIKER 7dv wurde dadurch der STRIKER 7cv. Ältere Unterlagen verwenden noch die alte Bezeichnung.

Beide Serien werden nicht mehr produziert und sind bei uns nicht mehr lieferbar. Einzige Ausnahme ist der STRIKER Plus 4, den wir weiterhin führen. Für alle anderen Modelle findest du oben im Abschnitt Nachfolger das jeweils passende aktuelle Gerät aus der STRIKER-Vivid-Serie. Bei Fragen zur Übernahme von vorhandenem Zubehör oder Gebern berate ich dich gern persönlich.