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NMEA 2000

NMEA 2000 ist der Standard, über den Geräte auf dem Boot Daten austauschen: Kartenplotter, Echolot, Autopilot, Wind- und Tanksensoren, Motordaten, AIS und UKW-Funk hängen dabei an einem gemeinsamen Kabelstrang, dem Backbone. Jedes Gerät sieht so die Daten aller anderen, etwa Wassertiefe, Kurs oder Füllstand. Die Geräte werden nach dem Plug-and-Play-Prinzip über genormte Micro-Stecker angeschlossen. Laut Garmin ist NMEA 2000 der Nachfolger des älteren, seriellen Standards NMEA 0183.

Wie ist ein NMEA-2000-Netzwerk aufgebaut?

Ein NMEA-2000-Netzwerk besteht immer aus denselben fünf Bauteilen:

  • Backbone: der Hauptkabelstrang, über den alle Daten laufen. Er wird linear verlegt, also als eine durchgehende Linie ohne Abzweigungen.
  • T-Stück: das Verbindungsstück im Backbone. T-Stücke werden seitlich aneinandergesteckt, direkt oder über ein Backbone-Kabel. Oben am T-Stück schließt du ein Gerät oder die Stromversorgung an.
  • Stichleitung (Drop-Kabel): das Kabel vom T-Stück zum Gerät. Es kommt immer oben ans T-Stück, nie an die Seite.
  • Abschlusswiderstände (Terminatoren): an jedem Ende des Backbones einer, mit 120 Ohm. Sie sorgen dafür, dass die Signale über die ganze Länge sauber ankommen. Mehr als zwei sind nicht erlaubt.
  • Stromkabel: versorgt das Netzwerk mit 12 V und wird wie ein Gerät oben an ein T-Stück gesteckt.

Der Unterschied zwischen Backbone-Kabel und Drop-Kabel liegt also nicht im Kabel, sondern in der Aufgabe: Das Backbone-Kabel verlängert den Hauptstrang zwischen zwei T-Stücken, das Drop-Kabel führt vom T-Stück zum einzelnen Gerät. Garmin empfiehlt, vor dem Einbau eine Skizze zu machen: alle Geräte, ihr Einbauort, der Verlauf des Backbones und die Abstände der Geräte zum Backbone.

Wie lang darf das Netzwerk sein und wie viele Geräte passen dran?

Grenzwert laut Garmin
Geräte pro Netzwerk höchstens 50
Entfernung zwischen den beiden Enden des Netzwerks höchstens 100 m (inklusive der Stichleitungen an den Enden)
Länge einer Stichleitung höchstens 6 m
Summe aller Stichleitungen höchstens 78 m
Abschlusswiderstände genau 2, je 120 Ohm

Auf einem typischen Angel- oder Freizeitboot bleibst du weit unter diesen Werten. Wichtiger sind in der Praxis die richtige Stromversorgung und die Abschlusswiderstände.

Stromversorgung und LEN

Das Backbone braucht eine eigene 12-V-Stromversorgung. Garmin warnt: Bei 24 V oder mehr können Netzwerkteile und Geräte beschädigt werden. Für die Einspeisung gilt:

  • Das Stromkabel kommt oben an ein T-Stück im Backbone, am Ende oder in der Mitte. Welche Stelle besser passt, hängt laut Garmin von der Länge des Backbones und vom Strombedarf der Geräte ab.
  • Das Netzwerk wird nur an einer Stelle mit Strom versorgt.
  • Schalte die Versorgung über die Zündung oder einen Schalter, nicht direkt an der Batterie. Sonst zieht das Netzwerk auch bei ausgeschaltetem Boot Strom.

Wie viel Strom ein Gerät aus dem Netzwerk zieht, steht als LEN (Load Equivalency Number) in seinen technischen Daten. 1 LEN entspricht 50 mA. Zählst du die LEN aller Geräte zusammen, weißt du, wie stark das Netzwerk belastet wird.

NMEA 2000, NMEA 0183, SeaTalkNG und SimNet

NMEA 0183 ist der ältere Standard. Er verbindet Geräte einzeln über Signaladern miteinander, meist ein Sender mit einem oder wenigen Empfängern. Bei NMEA 2000 hängen dagegen alle Geräte an einem Strang und tauschen ihre Daten untereinander aus. Viele Kartenplotter beherrschen beides, etwa die Garmin GPSMAP.

Einige Hersteller führen NMEA 2000 unter eigenem Namen und mit eigenen Steckern, zum Beispiel Raymarine als SeaTalkNG oder Simrad und B&G als SimNet. Für diese Systeme gibt es Adapterkabel auf den genormten Micro-Stecker. Garmin und Lowrance nutzen den Micro-Stecker direkt. Welches Adapterkabel du brauchst, steht beim jeweiligen Gerät.

Häufige Fragen zu NMEA 2000

Was ist NMEA 2000?

NMEA 2000 ist ein Standard, über den Geräte an Bord Daten austauschen, etwa Kartenplotter, Echolot, Autopilot, Sensoren und Motordaten. Alle Geräte hängen an einem gemeinsamen Kabelstrang, dem Backbone, und werden per Plug-and-Play über genormte Micro-Stecker angeschlossen.

Was brauche ich für ein NMEA-2000-Netzwerk?

Mindestens zwei Geräte, für jedes Gerät ein T-Stück und eine Stichleitung, Backbone-Kabel zwischen den T-Stücken, zwei Abschlusswiderstände mit 120 Ohm für die Enden und ein Stromkabel für die 12-V-Versorgung. Ein Starter-Kit enthält diese Grundausstattung.

Wie viele Abschlusswiderstände braucht ein NMEA-2000-Netzwerk?

Genau zwei, an jedem Ende des Backbones einen. Sie werden seitlich am letzten T-Stück angeschlossen, nicht oben. Laut Garmin dürfen nicht mehr als zwei Abschlusswiderstände im Netzwerk sitzen.

Wie lang darf ein Drop-Kabel sein?

Laut Garmin höchstens 6 m vom T-Stück bis zum Gerät. Alle Stichleitungen zusammen dürfen höchstens 78 m lang sein, und zwischen den beiden Enden des Netzwerks dürfen höchstens 100 m liegen.

Was ist der Unterschied zwischen NMEA 2000 und NMEA 0183?

NMEA 0183 ist der ältere Standard und verbindet Geräte einzeln miteinander. Bei NMEA 2000 hängen alle Geräte an einem gemeinsamen Strang und tauschen ihre Daten untereinander aus, und die Geräte werden einfach über genormte Stecker angeschlossen.

Kann ich NMEA-2000-Geräte verschiedener Hersteller mischen?

Ja, dafür ist der Standard da. Geräte mit dem genormten Micro-Stecker, etwa von Garmin oder Lowrance, kannst du direkt ins selbe Netzwerk hängen. Für Systeme mit eigenen Steckern wie SeaTalkNG oder SimNet brauchst du ein Adapterkabel.

Verwandte Begriffe

  • AutoPilot – einer der Bausteine, die oft über NMEA 2000 angebunden werden
  • Head Unit – das Anzeigegerät, das die Daten aus dem Netzwerk darstellt

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