{"id":447,"date":"2019-03-07T19:43:45","date_gmt":"2019-03-07T17:43:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mybait.de\/magazin\/?post_type=encyclopedia&#038;p=447"},"modified":"2026-08-15T14:43:17","modified_gmt":"2026-08-15T12:43:17","slug":"chirp","status":"publish","type":"encyclopedia","link":"https:\/\/www.mybait.de\/magazin\/glossar\/chirp\/","title":{"rendered":"CHIRP"},"content":{"rendered":"<p><strong>CHIRP<\/strong> steht f\u00fcr <strong>C<\/strong>ompressed <strong>H<\/strong>igh <strong>I<\/strong>ntensity <strong>R<\/strong>adiated <strong>P<\/strong>ulse und bezeichnet ein Sendeverfahren beim Echolot. Statt auf einer festen Frequenz zu pingen, durchf\u00e4hrt der Geber bei jedem Sendeimpuls ein ganzes Frequenzband \u2013 zum Beispiel von 83 bis 200 kHz. Das Echolot rechnet das empfangene Echo anschlie\u00dfend zusammen. Ergebnis: deutlich mehr Signalenergie im Wasser, sauberere Bilder und eine bessere Trennung dicht beieinander liegender Ziele. CHIRP ist heute bei Lowrance, Garmin, Humminbird, Simrad und Raymarine Standard.<\/p>\n<h2 id=\"funktion\">So funktioniert CHIRP<\/h2>\n<p>Ein herk\u00f6mmlicher Geber arbeitet wie eine Stimmgabel: Er schl\u00e4gt kurz auf einer Frequenz an, zum Beispiel 200 kHz, und wartet auf das Echo. Kurzer Ton, wenig Energie, wenig Information.<\/p>\n<p>CHIRP macht daraus ein Glissando. Der Geber startet unten im Band und wandert w\u00e4hrend des Sendeimpulses nach oben durch. Der Impuls darf dadurch deutlich l\u00e4nger sein, ohne dass die Aufl\u00f6sung leidet \u2013 denn jede R\u00fcckmeldung tr\u00e4gt eine erkennbare Frequenz-Signatur. Das Echolot wei\u00df also, welcher Teil des Echos zu welchem Moment des Sendeimpulses geh\u00f6rt, und komprimiert das Ganze beim Empfang wieder zu einem scharfen Signal. Genau das steckt im &#8220;Compressed&#8221; im Namen.<\/p>\n<div class=\"wp-caption alignright\" style=\"width: 510px;\">\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full\" src=\"https:\/\/www.mybait.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/chirp-ping-gebersignale-1.jpg\" alt=\"Vergleich der Gebersignale von CHIRP und herk\u00f6mmlichem Ping beim Echolot\" width=\"500\" height=\"470\" \/><\/p>\n<p class=\"wp-caption-text\">Herk\u00f6mmlicher Ping gegen CHIRP: ein l\u00e4ngerer Impuls \u00fcber ein ganzes Frequenzband bringt mehr Information zur\u00fcck.<\/p>\n<\/div>\n<p>Der praktische Gewinn liegt in zwei Punkten:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Mehr Energie im Wasser:<\/strong> Ein l\u00e4ngerer Impuls transportiert mehr Sendeleistung. Das verbessert das Signal-Rausch-Verh\u00e4ltnis und bringt dir in tiefem Wasser oder bei Str\u00f6mung noch ein verwertbares Bild.<\/li>\n<li><strong>Bessere Zielseparierung:<\/strong> Zwei Fische 20 cm \u00fcbereinander erscheinen als zwei Sicheln statt als ein Klumpen. Grundnahe Fische l\u00f6sen sich von der Bodenlinie ab, ein Schwarm Kleinfisch wird zur Ansammlung einzelner Punkte statt zur diffusen Wolke.<\/li>\n<\/ul>\n<h2 id=\"baender\">Die drei CHIRP-B\u00e4nder<\/h2>\n<p>CHIRP ist nicht gleich CHIRP. Welches Band dein Geber durchf\u00e4hrt, entscheidet dar\u00fcber, wof\u00fcr er taugt. Die genauen Grenzen unterscheiden sich je nach Hersteller und Gebermodell, die Einteilung sieht aber \u00fcberall \u00e4hnlich aus:<\/p>\n<table>\n<thead>\n<tr>\n<th>Band<\/th>\n<th>Typischer Bereich<\/th>\n<th>Reichweite<\/th>\n<th>Einsatz<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td><strong>Low CHIRP<\/strong><\/td>\n<td>ca. 28\u201375 kHz<\/td>\n<td>sehr gro\u00df<\/td>\n<td>Tiefes Wasser, Salzwasser, Offshore<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><strong>Medium CHIRP<\/strong><\/td>\n<td>ca. 80\u2013160 kHz<\/td>\n<td>gro\u00df<\/td>\n<td>Allrounder, gr\u00f6\u00dfere Seen, Suchmodus<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><strong>High CHIRP<\/strong><\/td>\n<td>ca. 130\u2013250 kHz<\/td>\n<td>begrenzt<\/td>\n<td>Flachwasser, Binnengew\u00e4sser, feinste Details<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>F\u00fcr die allermeisten deutschen Angelgew\u00e4sser ist High CHIRP die richtige Wahl. Erst wenn du regelm\u00e4\u00dfig jenseits der 100 m unterwegs bist \u2013 Bodensee, norwegische Fjorde, Hochseeangeln \u2013 wird Medium oder Low interessant. Viele Geber decken auch mehrere B\u00e4nder ab und lassen dich am Ger\u00e4t umschalten.<\/p>\n<h2 id=\"voraussetzung\">Was du daf\u00fcr brauchst<\/h2>\n<p>CHIRP funktioniert nur, wenn <strong>Echolot und Geber<\/strong> es beide beherrschen. Das ist der Punkt, an dem in der Praxis die meisten Missverst\u00e4ndnisse entstehen.<\/p>\n<p>Ein CHIRP-f\u00e4higes Echolot mit einem alten Ein-Frequenz-Geber pingt weiterhin klassisch \u2013 du siehst kein bisschen mehr. Umgekehrt kann ein hochwertiger CHIRP-Geber an einem Ger\u00e4t ohne CHIRP-Unterst\u00fctzung seine St\u00e4rke nicht ausspielen. Wenn du also nachr\u00fcsten willst, pr\u00fcf immer beides.<\/p>\n<p>Die Herstellerbezeichnungen unterscheiden sich, gemeint ist im Kern dasselbe Verfahren: Lowrance und Simrad sprechen schlicht von CHIRP, Humminbird nennt sein 2D-CHIRP <strong>Dual Spectrum CHIRP<\/strong>, und bei Garmin steckt CHIRP nicht nur im klassischen 2D-Sonar, sondern auch in den Scanning-Technologien <a href=\"https:\/\/www.mybait.de\/magazin\/glossar\/clearvue\/\">ClearV\u00fc<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.mybait.de\/magazin\/glossar\/sidevue\/\">SideV\u00fc<\/a>.<\/p>\n<h2 id=\"faq\">H\u00e4ufige Fragen zu CHIRP<\/h2>\n<h3>Brauche ich CHIRP wirklich?<\/h3>\n<p>Wenn du neu kaufst: Die Frage stellt sich kaum noch, weil praktisch alle aktuellen Ger\u00e4te CHIRP mitbringen. Beim Nachr\u00fcsten eines \u00e4lteren Echolots lohnt es sich vor allem dann, wenn du gezielt Fisch am Grund oder in Strukturen suchst.<\/p>\n<h3>Macht CHIRP das Echolot tiefer messend?<\/h3>\n<p>Indirekt ja. Durch die h\u00f6here Signalenergie kommt bei gleicher Frequenz ein verwertbares Echo aus gr\u00f6\u00dferer Tiefe zur\u00fcck. Den gr\u00f6\u00dften Sprung bringt aber die Wahl eines niedrigeren Frequenzbandes, nicht CHIRP allein.<\/p>\n<h3>Was ist der Unterschied zwischen CHIRP und Side Imaging?<\/h3>\n<p>CHIRP ist ein Sendeverfahren, Side Imaging eine Blickrichtung. Beide schlie\u00dfen sich nicht aus \u2013 moderne Geber nutzen CHIRP auch f\u00fcr den Seitenscan.<\/p>\n<h3>Kann ich CHIRP am Ger\u00e4t abschalten?<\/h3>\n<p>Bei den meisten Modellen ja. Manche Angler schalten in sehr flachem Wasser auf feste Frequenz zur\u00fcck, weil der l\u00e4ngere CHIRP-Impuls dort einen etwas gr\u00f6\u00dferen Totbereich direkt unter dem Geber erzeugen kann.<\/p>\n<h2 id=\"verwandt\">Verwandte Begriffe<\/h2>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.mybait.de\/magazin\/glossar\/clearvue\/\">ClearV\u00fc<\/a> \u2013 Garmins Hochfrequenz-Abw\u00e4rtsscan, arbeitet ebenfalls mit CHIRP<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.mybait.de\/magazin\/glossar\/sidevue\/\">SideV\u00fc<\/a> \u2013 Garmins Seitenscan<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.mybait.de\/magazin\/glossar\/fishreveal\/\">FishReveal<\/a> \u2013 Lowrance-Overlay aus 2D- und DownScan-Bild<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.mybait.de\/magazin\/glossar\/xsonic\/\">xSonic<\/a> \u2013 Navico-Steckerstandard f\u00fcr Echolotgeber<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Passende Produkte im myBait Shop:<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.mybait.de\/fishfinder-gps-plotter\/geber-zubehoer\/echolotgeber\/traditionelle-2d-sonargeber\/\">2D-Sonargeber<\/a> \u00b7 <a href=\"https:\/\/www.mybait.de\/fishfinder-gps-plotter\/echolote-gps\/\">Echolote &amp; Kartenplotter<\/a> \u279c Wenn du unsicher bist, ob dein Geber zu deinem Ger\u00e4t passt: <a href=\"https:\/\/www.mybait.de\/kontaktformular-allgemein\">frag uns einfach<\/a>.<\/p>\n<p><script type=\"application\/ld+json\">\n{\n  \"@context\": \"https:\/\/schema.org\",\n  \"@type\": \"DefinedTerm\",\n  \"name\": \"CHIRP\",\n  \"alternateName\": \"Compressed High Intensity Radiated Pulse\",\n  \"description\": \"CHIRP ist ein Sendeverfahren beim Echolot, bei dem der Geber pro Sendeimpuls ein Frequenzband durchf\u00e4hrt statt auf einer festen Frequenz zu pingen. Das erh\u00f6ht die Signalenergie und verbessert die Trennung dicht beieinander liegender Ziele.\",\n  \"url\": \"https:\/\/www.mybait.de\/magazin\/glossar\/chirp\/\",\n  \"inDefinedTermSet\": {\n    \"@type\": \"DefinedTermSet\",\n    \"name\": \"myBait Glossar \u2013 Marineelektronik & Bootszubeh\u00f6r\",\n    \"url\": \"https:\/\/www.mybait.de\/magazin\/glossar\/\"\n  }\n}\n<\/script><\/p>\n<p><script type=\"application\/ld+json\">\n{\n  \"@context\": \"https:\/\/schema.org\",\n  \"@type\": \"FAQPage\",\n  \"mainEntity\": [\n    {\n      \"@type\": \"Question\",\n      \"name\": \"Brauche ich CHIRP wirklich?\",\n      \"acceptedAnswer\": {\n        \"@type\": \"Answer\",\n        \"text\": \"Bei einem Neukauf stellt sich die Frage kaum noch, weil praktisch alle aktuellen Echolote CHIRP mitbringen. Beim Nachr\u00fcsten eines \u00e4lteren Ger\u00e4ts lohnt es sich vor allem dann, wenn du gezielt Fisch am Grund oder in Strukturen suchst.\"\n      }\n    },\n    {\n      \"@type\": \"Question\",\n      \"name\": \"Macht CHIRP das Echolot tiefer messend?\",\n      \"acceptedAnswer\": {\n        \"@type\": \"Answer\",\n        \"text\": \"Indirekt ja. Durch die h\u00f6here Signalenergie kommt bei gleicher Frequenz ein verwertbares Echo aus gr\u00f6\u00dferer Tiefe zur\u00fcck. Den gr\u00f6\u00dften Sprung bringt aber die Wahl eines niedrigeren Frequenzbandes, nicht CHIRP allein.\"\n      }\n    },\n    {\n      \"@type\": \"Question\",\n      \"name\": \"Was ist der Unterschied zwischen CHIRP und Side Imaging?\",\n      \"acceptedAnswer\": {\n        \"@type\": \"Answer\",\n        \"text\": \"CHIRP ist ein Sendeverfahren, Side Imaging eine Blickrichtung. Beide schlie\u00dfen sich nicht aus \u2013 moderne Geber nutzen CHIRP auch f\u00fcr den Seitenscan.\"\n      }\n    },\n    {\n      \"@type\": \"Question\",\n      \"name\": \"Kann ich CHIRP am Ger\u00e4t abschalten?\",\n      \"acceptedAnswer\": {\n        \"@type\": \"Answer\",\n        \"text\": \"Bei den meisten Modellen ja. Manche Angler schalten in sehr flachem Wasser auf eine feste Frequenz zur\u00fcck, weil der l\u00e4ngere CHIRP-Impuls dort einen etwas gr\u00f6\u00dferen Totbereich direkt unter dem Geber erzeugen kann.\"\n      }\n    }\n  ]\n}\n<\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>CHIRP steht f\u00fcr Compressed High Intensity Radiated Pulse und bezeichnet ein Sendeverfahren beim Echolot. Statt auf einer festen Frequenz zu pingen, durchf\u00e4hrt der Geber bei jedem Sendeimpuls ein ganzes Frequenzband \u2013 zum Beispiel von 83 bis 200 kHz. Das Echolot rechnet das empfangene Echo anschlie\u00dfend zusammen. Ergebnis: deutlich mehr Signalenergie im Wasser, sauberere Bilder und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"template":"","class_list":["post-447","encyclopedia","type-encyclopedia","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mybait.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/encyclopedia\/447","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mybait.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/encyclopedia"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mybait.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/encyclopedia"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mybait.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mybait.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=447"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}